Box Office: Roboter schlägt RAF - DER SPIEGEL
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Box Office Roboter schlägt RAF

Technik statt Terroristen: Der animierte Pixar-Roboter "Wall-E" lockte mehr Zuschauer in deutsche Kinos als der massiv beworbene "Baader-Meinhof-Komplex". Amerikanische Kinogänger feiern den Jungstar Shia LaBeouf im Thriller "Eagle Eye".
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Los Angeles/Hamburg- So weit, so vorhersehbar: Dass sich der neue Pixar-Animationsfilm "Wall-E" und Bernd Eichingers Großproduktion "Der Baader-Meinhof-Komplex" an der Spitze der deutschen Kinocharts plazieren würden, so viel war klar. Dass aber der herzige Animationsfilm die Nase so weit vorne haben würde, damit hätte man nicht gerechnet, gemessen am massiven Werbeaufwand, den der Filmverleih Constantin für die Verfilmung des gleichnamigen Buches von Stefan Aust betrieben hatte.

"Wall-E" lockte am Startwochenende rund 580.000 Besucher in die 685 Kinos, in denen die Geschichte des verliebten Müllroboters angelaufen war. Laut "Blickpunkt: Film" blieb der neunte Pixar-Film allerdings hinter dem Ergebnis des Kassenerfolgs "Ratatouille" von 2007 zurück. Das Mäusegourmet-Abenteuer war mit 1,4 Millionen Zuschauern gestartet und hatte am Ende 6,1 Millionen deutsche Besucher vor der Leinwand versammelt. "Wall-E" liegt eher gleichauf mit frühen Pixar-Hits wie "Toy Story 2" oder "Die Monster AG", die letztlich auf Gesamtergebnisse um drei Millionen Besucher gekommen waren.

"Der Baader-Meinhof-Komplex" lockte am Startwochenende zunächst 390.000 Besucher in 619 Kinos. Zum Vergleich: Bernd Eichingers letzte Großproduktionen starteten mit 483.585 Besuchern ("Der Untergang") und einer Million Besuchern ("Das Parfum"). Trotzdem hat auch "Der Baader-Meinhof-Komplex" das Zeug, ein Dauerbrenner zu werden. Auch "Der Untergang" entwickelte sich laut "Blickpunkt: Film" erst allmählich zum Blockbuster mit 4,6 Millionen Zuschauern.

Ben Stillers Vietnamkriegs/Hollywood-Parodie "Tropic Thunder" landete mit 85.000 Zuschauern auf Platz drei, gefolgt von "The Dark Knight", "Wanted" und "Mamma Mia! " mit jeweils knapp 60.000 Zuschauern. Insgesamt wurden mehr als 1,5 Millionen Kino-Tickets gelöst, was eine deutliche Steigerung im Vergleich zum Vorwochenende ist, aber noch viel zu wünschen übrig lässt.

In den USA weiß man noch nichts vom "Baader-Meinhof-Komplex", und "Wall-E" ist längst gelaufen. Dafür konnte das Erfolgsteam von "Disturbia" erneut am Box Office punkten: Der Thriller "Eagle Eye" (Deutschlandstart am 9.10.) mit Jungstar Shia LaBeouf ("Indiana Jones IV") in der Hauptrolle setzte sich mit 3510 Kopien und einem Umsatz von 29,2 Millionen Dollar an die Spitze der Charts. Regie führte "Disturbia"-Regisseur D.J. Caruso.

Auf Platz zwei landete die Romanze "Nights in Rodanthe" (deutsch: "Das Lächeln der Sterne", Start am 16.10.) mit Richard Gere und Diane Lane, die in 2704 Kinos 13,6 Millionen Dollar umsetzte. Die Paarung scheint Erfolg zu garantieren, denn für Richard Gere ist es das beste Startergebnis seit "Untreu" (2002), auch damals war seine Leinwand-Partnerin Diane Lane.

Auf Platz drei landete Vorwochenspitzenreiter "Lakeview Terrace", der bei einem Umsatzminus von 53 Prozent auf nur noch sieben Millionen Dollar kam. Überraschend auf Rang vier plazierte sich das Feuerwehrdrama "Fireproof", der in nur 839 Kinos und ohne große Stars erstaunliche 6,5 Millionen Dollar umsetzte. "Burn After Reading " beschließt die Top fünf mit 6,2 Millionen Dollar. Die schräge Komödie, die am Donnerstag auch in Deutschland anläuft, kommt nach drei Wochen auf 45,5 Millionen Dollar Umsatz - und ist damit die zweiterfolgreichste Produktion der Coen-Brüder.

Pech hatte Spike Lee mit seinem Weltkriegs-Drama "Miracle at St. Anna" über einen Trupp schwarzer Soldaten. In 1185 Kinos wurden nur 3,5 Millionen Dollar umgesetzt. Mit jeweils um die 400 Kopien starteten außerdem die Chuck-Palahniuk-Verfilmung "Choke" (1,3 Millionen Dollar) und das Irakkriegs-Veteranen-Drama "The Lucky Ones" mit Tim Robbins (208.000 Dollar).

bor/AP