Box Office Sandler vertreibt Spielberg
Los Angeles/Hamburg - Eigentlich hatte man den Komiker Adam Sandler ("The Waterboy") schon abgeschrieben, nachdem sein letzter Film "Little Nicky" an den Kinokassen gnadenlos gefloppt war. Mit "Mr. Deeds" (Regie: Steven Brill) macht er nun in den Fußstapfen Gary Coopers wieder ein Stückchen Boden gut. Das Remake von Frank Capras Klassiker "Mr. Deeds Goes To Town" von 1936 (mit Cooper und Jean Arthur) setzte sich am Wochenende mit 37,6 Millionen Dollar Umsatz an die Spitze der nordamerikanischen Kinocharts.
Sandlers Fangemeinde, die schon frühere Filme wie "Waterboy" und "Big Daddy" zu Erfolgen machte, scheint also durchaus noch vorhanden zu sein und hat sich offenbar auch durch die weitgehend schlechten Kritiken zu "Mr. Deeds" beeinflussen lassen. Selbiges gilt wohl auch für die Anhänger der weiblichen Hauptdarstellerin Winona Ryder, die zur Abwechslung mal wieder auf der Leinwand, nicht im Gerichtssaal zu sehen ist.
Den zweiten Platz der US-Charts behauptete Disneys Trickfilm "Lilo & Stitch" mit 22,2 Millionen Dollar Umsatz (gesamt nach zehn Tagen: 77,8 Millionen Dollar). Erst auf dem dritten Platz folgt mit Steven Spielbergs "Minority Report" der Spitzenreiter der vergangenen Woche. Der aufwendige, aber offenbar zu düstere Science-Fiction-Thriller mit Tom Cruise konnte in seiner zweiten Woche nur noch 21,6 Millionen Dollar umsetzen (gesamt: 73,5 Millionen) und droht bei einem weiteren Abwärtstrend zu floppen.
Auf Platz vier und fünf platzierten sich die Comic-Verfilmung "Scooby-Doo" mit 12,2 Millionen Dollar Umsatz in der dritten Woche und der Thriller "The Bourne Identity" mit 10,8 Millionen Dollar, ebenfalls in der dritten Woche. Erst auf dem sechsten Platz findet sich mit der TV-Serien-Verfilmung "Hey Arnold! The Movie" der zweite Neustart der vergangenen Woche. Die Kinofassung der in Amerika populären Sendung konnte nur sechs Millionen Dollar umsetzen.
In Deutschland verteidigt "Spider-Man" auch in der vierten Woche den Spitzenplatz der Kinocharts. Der Thriller "Mord nach Plan" mit Sandra Bullock als Polizistin kam auf Anhieb auf den zweiten Platz. Unverändert auf Rang drei liegt die Komödie "40 Tage und 40 Nächte" mit Josh Hartnett, gefolgt von dem Drama "Untreu" mit Richard Gere, einem Remake von Claude Chabrols "Eine untreue Frau". Der neue Dreamworks-Trickfilm "Spirit - Der wilde Mustang" fiel zwei Plätze zurück und musste sich in seiner zweiten Woche mit dem fünften Rang begnügen.