Box Office Schwarzer Ritter auf Rekordjagd
Freibad statt Filmpalast: Der Sonnenschein des Wochenendes war für deutsche Kinobetreiber kein Grund zur Freude. Mit 1,2 Millionen Besuchern hatten sie das schlechteste Ergebnis seit dem Ende der Fußballeuropameisterschaft zu beklagen. Die Spitzenreiter der Charts blieben dabei unverändert. Auf Platz eins hielt sich "Mamma Mia!", der laut "Blickpunkt: Film" etwa 265.000 Besucher anlockte. Ebenfalls unverändert folgt dahinter "Hancock", den etwa 160.000 Besucher sehen wollten.
Die Superhelden-Parodie mit Will Smith hält nun Kurs, die Dokumentation "Unsere Erde" (3,6 Millionen Besucher) als erfolgreichster in diesem Jahr gestarteter Kinofilm abzulösen. Dazu dürften noch etwa 300.000 Besucher fehlen.
Bester Neueinsteiger war auf Platz vier "Superhero Movie", der in 354 Kinos 125.000 Kinogänger anlockte und dem Senator Film Verleih das beste Startergebnis des laufenden Kinojahres bescherte.
Enttäuschend startete dagegen der Film "Akte X - Jenseits der Wahrheit", der sich mit etwas mehr als 100.000 Besuchern mit Rang fünf begnügen musste. Der Vorgänger "Akte X - der Film" war vor zehn Jahren noch mit 600.075 Zuschauern angelaufen und kam dann insgesamt auf 2,4 Millionen Besucher.
Weitere Neueinsteiger in der Top 20 waren "Der Mond und andere Liebhaber", der es mit 10.000 Kinogängern auf Platz 14 in 50 Kinos brachte, sowie "Underdogs", der mit 5000 gelösten Tickets in 49 Kinos auf Platz 17 kam.
Fledermaus übertrumpft Piratensaga
In den USA eilt der neue Batman-Film "The Dark Knight" von Rekord zu Rekord. Der Film spielte nach Angaben von Warner Bros. innerhalb von nur zehn Tagen mehr als 300 Millionen Dollar ein. Ein Sprecher erklärte, der Superhelden-Thriller habe am zweiten Wochenende in den US-Kinos 75,6 Millionen Dollar erzielt und komme damit auf ein bisheriges Ergebnis von 314 Millionen Dollar.
Der Film brach damit den Rekord von "Pirates of the Caribbean: Dead Man's Chest", der 2006 immerhin 16 Tage benötigte, um die 300-Millionen-Marke zu knacken. Auch "Spider-Man 3" hatte die Marke am 16. Tag geschafft.
Mit einem Gesamteinspielergebnis von 314,2 Millionen Dollar ist Christopher Nolans neues Batman-Abenteuer schon jetzt der zweiterfolgreichste Film des laufenden Jahres, hinter "Iron Man", der noch um 700.000 Dollar voraus liegt. "The Dark Knight" schaffte mit 16,3 Millionen Dollar in zehn Tagen auch einen Rekord für die Imax-Großkinos. Zuvor stellte der Film bereits neue Bestmarken für das Eröffnungswochenende (158,4 Millionen Dollar) und die Einnahmen an einem einzigen Tag (66,4 Millionen Dollar) auf.
Musicals weiter im Trend
Auf Platz zwei folgen "Die Stiefbrüder" ("Step Brothers") mit Will Ferrell und John C. Reilly in den Hauptrollen in 3094 Kinos mit überraschend starken 30 Millionen Dollar. Damit war die Slapstick-Komödie weniger erfolgreich als die letzte Zusammenarbeit von Ferrell und Regisseur Adam McKay, "Ricky Bobby - König der Rennfahrer", der mit 47 Millionen Dollar aus den Startlöchern gekommen war. Der Film verzeichnete jedoch einen besseren Start als die erste Ferrell-McKay-Komödie "Der Anchorman - Die Legende von Ron Burgundy" (28,4 Millionen Dollar) und vor allem als Ferrells letzter Spaß, "Semi-Pro", der im Frühjahr eher enttäuschend mit 15 Millionen Dollar angelaufen war.
Sehr populär ist auch "Mamma Mia!", der mit 17,9 Millionen Dollar Platz drei belegte und nun insgesamt bei 62,7 Millionen rangiert. "Hairspray", das Gute-Laune-Musical des vergangenen Jahres, hielt sich zur gleichen Zeit bei 59,7 Millionen Dollar. Eine Enttäuschung war dagegen auch in den USA der Start von "Akte X - Jenseits der Wahrheit", der es in 3185 Kinos nur auf 10,2 Millionen Dollar brachte. "Akte X - Der Film" war vor zehn Jahren noch mit 30,1 Millionen Dollar gestartet.
Auf Platz fünf hielt sich "Journey to the Center of the Earth" mit 9,4 Millionen Dollar am dritten Wochenende und einem Gesamtergebnis von 60,2 Millionen Dollar. Die Adaption des Jules-Verne-Klassikers konnte damit innerhalb von drei Wochen die Produktionskosten von 60 Millionen Dollar umsetzen.
"Hancock" nahm am vierten Wochenende die 200-Millionen-Dollar-Hürde, "Wall-E" steht kurz davor, während "Dark Knight" Kurs nimmt, bereits am nächsten Wochenende die 400-Millionen-Dollar-Schallmauer zu durchbrechen.
sto/AP