Box Office Smith statt Sith
Sind sie? Oder sind sie nicht? Die Gerüchteküche brodelt, obwohl Angelina Jolie und Brad Pitt für die Presse nur Dementis übrig haben. Jolie, von "Harper's Bazar" unlängst zu schönsten Frau der Welt gekürt, und Pitt, seit jeher Frauen- und Mädchenschwarm, sollen sich während der Dreharbeiten zum Thriller "Mr. and Mrs. Smith" gefährlich nahe gekommen sein.
Ob die beiden Hollywood-Stars tatsächlich in Jolies exklusivem Landsitz geturtelt haben, sei dahingestellt - der Film jedenfalls hat das US-amerikanische Publikum derart bezirzt, dass 51 Millionen Dollar am ersten Wochenende zusammenkamen. Im Film übrigens geben die beiden Leinwand-Lieblinge ein gelangweiltes Ehepaar, das eine sehr aufregende Entdeckung macht: Sie sind Killer, die verfeindete Gangster aufeinander angesetzt haben.
Auf Platz zwei kämpfen humorbegabte Vierbeiner um ihre Freiheit: "Madagascar", die digital animierte Geschichte um eine Clique Zootiere, die einen Ausbruch plant, rutschte vom Spitzenplatz und kam auf 17,1 Millionen Dollar. Auf Platz drei schließlich George Lucas' Weltraumspektakel "Episode III": "14,9 Millionen Dollar spielte der Blockbuster ein und erhöhte seinen Gesamtumsatz damit auf insgesamt 332,1 Millionen. Platz vier geht an die Sport-Komödie "Spiel ohne Regeln" (13,5 Millionen), in der Star-Blödler Adam Sandler mit einem Football-Team von Knackis einer Mannschaft von Gefängniswärtern Beine macht.
Auf Platz fünf ein Neuling: "The Adventures of Shark Boy and Lava Girl" präsentiert nach "Spy Kids"-Filmen erneut die Kleinen als große Helden. Der Science-Fiction-Spaß lässt die Phantasie-Heroen eines Jungen lebendig werden und projiziert sie mit aufwendiger 3D-Technik auf die Leinwand (12,5 Millionen).
Ebenfalls neu gestartet: "Honeymooners", die Filmadaption einer Fünfziger-Jahre-Sitcom mit dem afroamerikanischen Comedy-Star Cedric the Entertainer (Platz sieben, 5,8 Millionen Dollar Einspiel) und "Howl's Moving Castle", das neue Abenteuer des Zeichentrick-Virtuosen Hayao Miyazaki ("Spirited Away"). Trotz der Aufführung in nur 36 Kinos spielte der kunstvolle Comic-Film um einen Jungen im Körper einer alten Frau 401.000 Dollar ein.
In Deutschland ließen die Jedi den Anhalter stehen: "Episode III" bleibt hierzulande auf Platz eins der Charts (geschätzte 370.000 Besucher), gefolgt von der Kino-Adaption des Douglas-Adams-Kultbuchs (nur 300.000 Zuschauer bei 518 Kopien).
Auf Platz drei hält sich der peinliche Zank der Alt-Diva Jane Fonda mit Hollywoods Allround-Latina Jennifer Lopez in "Das Schwiegermonster" (125.000 Zuschauer). Es folgen die so heitere wie sinnfreie Schatzsucher-Sause "Sahara" (rund 120.000 Zuschauer) und auf Platz fünf der Horror-Trash "House of Wax" mit der definitiv nicht bei Big Brother debütierenden Paris Hilton.
Neu gestartet sind Fatih Akins Musikdokumentation "Crossing the Bridge" (53 Startkopien, Platz zehn), die Teenie-Komödie "Der Herr des Hauses" (8000 Zuschauer) und "Tony Takitani", die Filmadaption der gleichnamigen Erzählung des japanischen Erfolgsautors Haruki Murakami (6500 Besucher, Platz 19).
Trotz kosmischen Bösewichtern und intergalaktischen Spaßmachern keine Sternstunden für die deutschen Kinobetreiber: Nur 1,4 Millionen Zuschauer kamen am Wochenende zusammen.