Box Office: So weit die Flügel tragen - DER SPIEGEL
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Box Office So weit die Flügel tragen

Zwei Filme haben es sich an der Spitze der Charts gemütlich gemacht: In Deutschland behauptete sich der neue Bond mit über zwei Millionen Besuchern gegen die neu angelaufenen "Happy Feet". In den USA war es anders herum: Dort blieben die Pinguine auf Platz eins, gefolgt vom 007-Abenteuer "Casino Royale".
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Los Angeles/Hamburg - Neuer Darsteller, neue Abenteuer - alle wollen den neuen Bond sehen. "Casino Royale" behauptete sich in Deutschland locker gegen die neu angelaufenen Pinguine von "Happy Feet", die in den USA die Charts seit drei Wochen anführen. Am zweiten Wochenende wollten 810.000 Zuschauer den Agenten mit der Lizenz zum Töten sehen, berichtete "Blickpunkt Film". Damit lies 007 die Zwei-Millionen-Marke hinter sich und verdiente sich einen Bogey in Silber.

Schon jetzt läuft "Casino Royale" deutlich besser als sein Vorgänger-Film mit Pierce Brosnan, "Stirb an einem anderen Tag", er am zweiten Wochenende seiner Laufzeit 766.249 Zuschauer hatte.

Der Animationsfilm "Happy Feet"  wurde von Warner Bros. großflächig in 664 Kinos gezeigt, kam dagegen nur auf 210.000 Besucher; das sind durchschnittlich 300 Zuschauer pro Kopie. Allerdings will man den Familienfilm noch nicht abschreiben, da die Weihnachtsferien und Feiertage erst noch kommen, wovon man sich einen Ansturm der jugendlichen Zielgruppe erhofft.

"Wo ist Fred" belegte mit etwa 100.000 Kinogängern Platz vier, "Borat" brachte an seinem fünften Wochenende etwa 80.000 Leute zum lachen und landete auf Platz fünf. Die amerikanische Independent-Erfolgskomödie "Little Miss Sunshine" wurde in 104 Kinos gezeigt und kam auf etwas mehr als 40.000 Zuschauer.

Insgesamt wurden am vergangenen Wochenende 1,7 Millionen Besucher in den deutschen Kinos gezählt.

Tanzende Pinguine watschelnd an der Spitze

In den USA grassiert weiterhin das Pinguin-Fieber: Selbst am traditionell schwachen Wochenende nach Thanksgiving blieb "Happy Feet" die Nummer eins. Stolze 17 Millionen Dollar spielte der Film laut "Blickpunkt Film" vergangenes Wochenende ein, womit er sein Gesamtergebnis als erfolgreichster Film seit der Sommer-Saison auf 121 Millionen Dollar hochschraubte.

Daniel Craig als James Bond hielt sich auf Nummer zwei der Charts. An seinem dritten Wochenende spielte "Casino Royale" 15,1 Millionen Dollar ein, was das Gesamtergebnis auf 115,9 Millionen anhob.

"Déjà Vu - Wettlauf gegen die Zeit"  hielt sich mit 11 Millionen Dollar auf Platz drei. Dahinter platzierte sich mit "Es begab sich aber zu der Zeit ..." der erste Neueinsteiger. Der Film über die Geburt Jesu startete moderat mit 8 Millionen Dollar, wobei Hoffnung besteht, dass der Film über die Feiertage beträchtlich aufholen könnte.

Die Kino-Krise scheint überwunden

Insgesamt ist die Stimmung in Hollywood derzeit blendend. Die Krise des Films scheint überwunden, die Zahlen sprechen für sich: Laut der "Los Angeles Times" schwollen Nordamerikas Kinokassen seit Januar um 5,5 Prozent an. Auch der Publikumsschwund der vergangenen drei Jahre scheint überwunden. Bis zum November stieg die Besucherzahl in den Filmtheatern der USA und Kanadas im Vergleich zum Vorjahr um knapp fünf Prozent, freute sich die "New York Times". Die Schlusslichter von 2006, schwergewichtige Dramen wie "The Good German", "Blood Diamond" und "Apocalypto", dürften die Jahresbilanz noch weiter verbessern.

Was zunächst der Konkurrenz von Videospielen, DVDs und dem Internet in die Schuhe geschoben worden war, entpuppte sich als größtenteils selbst verschuldet: Hollywoods Film-Angebot war offenbar zu dünn und zu einseitig für den Publikumsgeschmack, schrieb die "Times". Inzwischen gaben die Studios Gas und produzierten "mehr herausragende Filme denn je zuvor".

154 neue Hollywoodfilme werden bis Ende dieses Jahres jeweils mehr als 1000 US-Kinos angelaufen sein: das bedeutet einen Zuwachs von 17 Prozent im Vergleich zum Flautejahr 2005. 16 Blockbuster haben in 2006 bereits die 100-Millionen-Dollar-Hürde in nordamerikanischen Kinos genommen, als letzter der neue James Bond, "Casino Royale".

hoc/dpa

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