Box Office Sportler statt Superhelden
Los Angeles/Hamburg - Drei Wochen lang herrschte die Komödie "Meine Frau, ihre Schwiegereltern und ich" ("Meet the Fockers" ) mit Ben Stiller und Dustin Hoffman in den amerikanischen Box-Office-Charts und spielte über die Weihnachtsfeiertage und Neujahr beeindruckende 230,8 Millionen Dollar ein. Doch das neue Jahr bringt auch neue Spitzenreiter: Das Sportler-Drama "Coach Carter" mit Samuel L. Jackson als Trainer, der sein Basketball-Team die Schulbank drücken lässt, setzte sich mit einem Start-Umsatz von 23,6 Millionen Dollar überraschend gegen alle Mitbewerber und Neustarts durch. Trotz Sport-Thematik entschieden sich mehr Frauen als Männer am vergangenen Wochenende für "Coach Carter" und verhalfen dem Paramount-Film, der auf einer wahren Begebenheit beruht, zu einem Crossover-Effekt. "Meine Frau, ihre Schwiegereltern und ich" landete mit 19 Millionen Dollar auf dem zweiten Rang.
Keinen Crossover-Effekt konnte die Fox-Produktion "Elektra" für sich verbuchen: Die Verfilmung des gleichnamigen Marvel-Comics, in der "Alias"-Star Jennifer Garner als mörderische Kampfsport-Amazone zu sehen ist, gilt als erster Flop des neuen Jahres: Nur 12,5 Millionen Dollar setzte der rund 30 Millionen Dollar teure Actionfilm an seinem ersten Wochenende um. Das sind sogar noch vier Millionen weniger als die ebenfalls gescheiterte "Catwoman" im vergangenen Herbst. Die Elektra-Saga scheint in Hollywood unter keinem guten Stern zu stehen: Schon die Comic-Verfilmung ""Daredevil", in der Garner als Elektra eingeführt wurde, blieb vor zwei Jahren künstlerisch wie kommerziell hinter den Erwartungen zurück. Verantwortlich für den Fehlstart von "Elektra" dürften aber auch die größtenteils vernichtenden Kritiken der US-Medien gewesen sein. In jedem Fall reichte es nur für den fünften Rang der Kinocharts.
Platz drei und vier machten zwei weitere Neustarts unter sich aus: Der Familien-Tierfilm "The Racing Stripes" über ein Zebra, das von sich glaubt, ein Rennpferd zu sein, setzte 14 Millionen Dollar um; die Komödie "In Good Company" folgt mit 13,9 Millionen Dollar. Dennis Quaid spielt darin einen älteren Geschäftsführer, der sich nach einer Degradierung mit einem viel jüngeren Vorgesetzten (TV-Star Topher Grace) auseinander setzen muss. Scarlett Johansson spielt die weibliche Hauptrolle.
Auch in Deutschland gibt es eine neue Nummer eins in den Kino-Charts. Mike Nichols' Beziehungsdrama ""Hautnah" löste die Gaunerkomödie "Ocean's Twelve" nach fünf Wochen an der Spitze der deutschen Charts ab. Dafür reichten laut Branchenmagazin "Blickpunkt: Film" geschätzte 250.000 Zuschauer bei 453 Kopien. "Ocean's Twelve" lockte immerhin noch einmal 150.000 Zuschauer an und kommt in Deutschland auf 2,5 Millionen Besucher.
Die ebenfalls neu gestartete Komödie "Trouble ohne Paddel" (293 Startkopien) liegt mit der Actionkomödie "In 80 Tagen um die Welt" und dem Animationsfilm "Die Unglaublichen - The Incredibles" gleichauf. Alle drei Filme liegen nach geschätzten Zahlen bei einer Besucherzahl von rund 110.000 und müssen sich denn dritten Rang zunächst teilen.
Oliver Stones Historiendrama "Alexander" erreichte an seinem vierten Wochenende die Zuschauer-Million und landete auf Platz sechs. Auf Platz acht folgt mit "Napola - Elite für den Führer" (152 Startkopien) der gegenwärtig beste deutsche Film mit ungefähr 70.000 Besuchern. Auf ähnliche Zuschauerzahlen kam auch der neu gestartete türkische Erfolgsfilm "Die chaotische Armee", der nur mit 56 Kopien anlief. Wong Kar-wais Liebesfilm "2046" kam bei 55 Startkopien nur auf rund 30.000 Besucher (Platz 15). Insgesamt wurden am vergangenen Wochenende aber auch nur 1,5 Millionen Kinotickets gelöst.