Box Office Steve Carell gewinnt Comedy-Duell
Los Angeles/Hamburg - Verrückte Welt: Während die Deutschen im EM-Fieber alles andere im Sinn haben als ins Kino zu gehen, freuen sich amerikanische Kinobetreiber über einen Umsatzanstieg von rund zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr. "Iron Man"; "Indiana Jones", "Sex and the City", "Hulk" - ein Blockbuster folgt auf den anderen und sorgt für volle Lichtspielhäuser - zumindest in den USA.
Am vergangenen Wochenende kam es nun auch noch zum Showdown zweier Comedy-Giganten und Publikumslieblinge. Steve Carell ("The 40 Year Old Virgin") trat als gewitzter Agent 99 in einer Leinwand-Adaption der beliebten Sechziger-Jahre-Serie "Get Smart" an - und konnte sich auf Dwayne "The Rock" Johnson sowie Anne Hathaway als Sidekicks stützen. Kritiker bemängelten zwar, dass der Kinofassung viel Wortwitz des Originals fehle, aber dennoch strömten die Massen ins Kino, um die Komödie von "Nackte Kanone"-Regisseur Peter Segal zu sehen. 39,2 Millionen Dollar spielte "Get Smart" in 3911 Kinos ein - Platz eins der Box-Office-Charts.
Weniger Glück hatte Mike Myers, bekannt als Stimme des grünen Ogers Shrek und schräger Sixties-Spion Austin Powers, der mit seiner neuen Figur "The Love Guru" ausgerechnet gegen eine Agentenkomödie antreten musste. Das Publikum konnte mit seinem Beziehungskarma-Klamauk nicht so viel anfangen. Nur 14 Millionen Dollar spielte der Film in 3012 Kinos ein - Rang vier trotz Gastauftritten von Justin Timberlake, Jessica Alba und Jessica Simpson.
Auf Platz zwei der amerikanischen Charts kam es zum Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen dem animierten "Kung Fu Panda" von DreamWorks und Paramount - und dem nur teilweise animierten "Hulk". Kung Fu Panda" setzte an seinem dritten Wochenende noch einmal 21,7 Millionen Dollar um und verlor lediglich 35 Prozent seines Vorwochenumsatzes (Gesamt: 156,7 Millionen Dollar). Ed Norton musste als "unglaublicher Hulk" an seinem zweiten Wochenende ein Minus von 61 Prozent verkraften und setzte 21,6 Millionen Dollar um (Gesamt: 96,5 Millionen Dollar). In Deutschland läuft "Der unglaubliche Hulk" am 10. Juli an, "Get Smart" startet am 17. Juli, "Kung Fu Panda" bereits nächste Woche.
Platz fünf der US-Charts ging an M. Night Shyamalans "The happening", der 67 Prozent Umsatz einbüßte und nur noch 10 Millionen Dollar einspielte. Nach nur zehn Tagen liegt das Gesamtergebnis des Mystery-Thrillers bei lediglich 50,3 Millionen Dollar.
Kaum besser erging es "The Happening" in deutschen Kinos, wo der Vorwochenspitzenreiter mit nur 70.000 Besuchern auf Platz drei abrutschte. "Sex and the City" verzeichnete laut "Blickpunkt: Film" zum vierten Mal ein sechsstelliges Besucherergebnis und plazierte sich mit 110.000 Zuschauern erneut auf Rang eins, gefolgt von "Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels", der noch einmal 80.000 Besucher verzeichnete. Auf Platz vier landete mit "Die Insel der Abenteuer" der erste Neustart des Wochenendes. Trotz Großstart in 369 Kinos wurden nur 65.000 Tickets für das Familienabenteuer mit Jodie Foster gelöst. Kaum mehr als die US-Komödie "Nie wieder Sex mit der Ex", die das Schlusslicht der Top fünf bildet.
Als zweitbester Neustart kam Jason Statham in "The Bank Job" mit knapp 30.000 Zuschauern (174 Kopien) auf Platz sechs. Tilda Swinton hatte als "Julia" weniger Glück: Platz 16 mit 3000 Zuschauen bei 42 Startkopien); "Ein einziger Augenblick" landete mit 2500 Zuschauern bei 40 Kopien auf Rang 20. Die erschütternden Zahlen verraten es: Das Wochenende war mit rund 600.000 gelösten Tickets das bisher schwächste des Jahres.
bor/AP