Box Office Superhelden retten den Sommer
Los Angeles/Hamburg - Selbst das Studio hatte mit weniger gerechnet: Satte 56 Millionen Dollar setzte die Comicverfilmung "Fantastic Four" an ihrem Startwochenende in Nordamerika um. Aufgrund der durchweg schlechten Kritiken hatte 20th Century Fox, zuvor schon glücklos mit "Daredevil" und "Elektra" niedrig gepokert und auf einen Startumsatz um die 30 Millionen Dollar gehofft.
Doch die Amerikaner waren offenbar neugierig, wie der junge Regisseur Tim Story ("Taxi") einen der ältesten und beliebtesten Marvel-Comics umsetzen würde. Und das, obwohl richtige A-Klasse-Namen in der Besetzungsliste fehlen: Jessica Alba ("Dark Angel", "Sin City") spielt Sue Storm, Ioan Gruffudd ist als Reed Richards zu sehen, Michael Chiklis (TV-Serie "The Shield") spielt "Das Ding" Ben Grimm und Newcomer Chris Evans übernahm den Part der "Flamme" Johnny Storm. Nach einem kosmischen Sturm im All erlangen die vier Astronauten Superkräfte und bilden fortan eine Allianz gegen das Böse im allgemeinen und den Weltenvernichter Dr. Doom (Julian McMahon) im speziellen. In Deutschland läuft das Action-Spektakel am Donnerstag an.
Für Amerikas Kinobetreiber beendet der überraschend gute Start der "Fantastischen Vier" eine 19 Wochenenden dauernde Durststrecke, in denen die Umsätze regelmäßig unter den Einspielergebnissen des Vorjahres lagen - trotz Blockbustern wie "Star Wars - Episode III", "Batman Begins" und "Krieg der Welten". Kraft der vier Superhelden spülten die 12 Topfilme des Wochenendes nun 141 Millionen Dollar in die Kassen, 2,25 Prozent mehr als im selben Zeitraum vor einem Jahr.
Steven Spielbergs "Krieg der Welten" wurde von den "Fantastischen Vier" nach nur einer Woche auf den zweiten Rang der Box-Office-Charts verbannt. Das Science-Fiction-Spektakel mit Tom Cruise setzte dennoch 31,3 Millionen Dollar um, nach zwölf Tagen Laufzeit beträgt der US-Gesamtumsatz stolze 165,8 Millionen Dollar. "Batman Begins" begnügt sich nach vier Wochen mit 10,2 Millionen Dollar auf Platz drei, "Mr. & Mrs. Smith" rangieren nach fünf Wochen Laufzeit und 7,8 Millionen Dollar auf Rang sechs.
Auf den fünften Platz der Charts schaffte es ein weiterer Neustart, die Verfilmung der japanischen Mystery-Erzählung "Dark Water" von Walter Salles ("Die Reisen des jungen Che"). Die Hauptrolle spielt Oscar-Gewinnerin Jennifer Connelly ("A Beautiful Mind").
Deutschland muss wie gesagt noch ein paar Tage auf die "Fantastischen Vier" warten, daher konnte "Krieg der Welten" trotz Zuschauerflaute noch einmal abräumen. Mit geschätzten 480.000 Besuchern eroberte Steven Spielbergs Film erneut die Spitze der deutschen Kinocharts. Laut "Blickpunkt:Film" wurde das Action-Spektakel seit seinem Start vor zwölf Tagen von etwa 1,8 Millionen Besuchern gesehen und ist damit schon jetzt der vierterfolgreichste Film des Kinojahres hinter "Star Wars: Episode III - Die Rache der Sith", "Hitch - Der Date Doktor" und Ridley Scotts "Königreich der Himmel".
Kein weiterer Film konnte am vergangenen Wochenende sechsstellige Besucherzahlen verzeichnen: "Batman Begins" landete mit rund 85.000 Zuschauern auf Platz zwei, gefolgt von "Per Anhalter durch die Galaxis" mit etwa 80.000 Zuschauern und "Star Wars" mit rund 55.000 Kinogängern. "So was wie Liebe" beschließt die Top fünf mit knapp 50.000 Besuchern.
Erst auf Platz sechs folgt mit "Antikörper" (189 Startkopien) der erste Neustart. Der deutsche Thriller mit Wotan Wilke Möhring wurde von ungefähr 45.000 Zuschauern gesehen. Außerdem neu gestartet: "An Deiner Schulter" (69 Startkopien) mit rund 30.000 Besuchern auf Platz neun, "Riding Giants" (25 Startkopien) mit knapp 10.000 Zuschauern auf Platz 14 und das Remake des Robert-Aldrich-Klassikers "Der Flug des Phoenix" (40 Startkopien) mit 6000 Kinogängern auf Platz 20. Insgesamt gingen am vergangenen Wochenende 1,1 Mio. Deutsche ins Kino.