Box Office Teufel auch!
Los Angeles/Hamburg - Während der Schock über die Katastrophe von New Orleans am vergangenen Wochenende noch so tief saß, dass ein eher harmloser, wenn auch rasanter Actionfilm die Zuschauergunst eroberte, so entlädt sich diese Woche anscheinend der ganze Frust über das Debakel der Katastrophenhilfe an der Kinokasse: Ein Thriller über Teufelsaustreibung setzte sich am Wochenende an die Spitze der nordamerikanischen Box-Office-Charts. Der Neustart "The Exorcism of Emily Rose" spielte nach Studioschätzungen vom Montag an seinem Startwochenende 30,2 Millionen Dollar ein.
Mit diesem enormen Ergebnis setzte das Horror-Drama über eine Anwältin (Laura Linney), die einen Priester (Tom Wilkinson) nach einer tödlichen Teufelsaustreibung vor Gericht verteidigt, an drei Tagen mehr um, als er gekostet hat (16,1 Millionen Dollar). Der auf einem wahren Vorfall beruhende Film, läuft am 24. November in den Deutschen Kinos an.
Vorwochenspitzenreiter Jason Statham rutschte mit seinem zweiten Einsatz als "Transporter" gleich auf den dritten Platz ab und musste sich mit einem Umsatz von 7,2 Millionen Dollar begnügen. An zweiter Stelle hielt sich die bereits vor einem Monat gestartete Komödie "The 40-Year-Old Virgin" , die nun insgesamt schon mehr als 82 Millionen Dollar (rund 66 Millionen Euro) verdiente.
PLatz vier ging an den in der Vorwoche gestarteten Agentenfilm "The Constant Gardener" (4,8 Millionen Dollar Umsatz), was immer noch beachtlich ist, da die Verfilmung des John-Le-Carré-Romans "Der ewige Gärtner" nur in limitierter Kopienzahl in die Kinos gelangte. "The Exorcism of Emily Rose" beispielsweise startete mit der doppelten Anzahl Kopien. Auf Platz fünf hält sich Wes Cravens Thriller "Red Eye" (3,7 Millionen Dollar).
Auf dem sechsten Rang platzierte sich mit "The Man" ein weiterer Neustart. Dank mieser Kritiken reichte es für die Buddy-Komödie mit Samuel L. Jackson und Eugene Levy nur für vier Millionen Dollar Umsatz. Lasse Hallströms Rancher-Drama "An Unfinished Life" mit Robert Redford, Jennifer Lopez und Morgan Freeman startete mit limitierter Kopienzahl und erreichte an seinem Startwochenende die imposante Umsatzmarke von einer Million Dollar.
In Deutschland hält unterdessen Nicole Kidman die Kinozuschauer in ihrem Bann: "Verliebt in eine Hexe" verteidigte trotz zahlreicher Neustarts nicht nur die Spitzenposition, sondern legte sogar zu: Nachdem sie mit 190.028 Besuchern angelaufen war, kam die Komödie laut "Blickpunkt: Film" am zweiten Wochenende nun auf rund 195.000 Besucher.
Auch "Transporter - The Mission" behauptete sich gut und lockte an seinem zweiten Wochenende knapp 140.000 Zuschauer. Auf Platz drei folgt mit "Red Eye" der erste Neustart: Wes Cravens Flugzeug-Thriller wurde mit 341 Kopien gestartet und verfügte über ungefähr 100.000 Kinogänger. Auf Platz vier folgt der eigentliche Gewinner des Wochenendes: Jim Jarmuschs Komödie "Broken Flowers" wurde bei 73 Startkopien von rund 75.000 Besuchern gesehen, das ist ein Schnitt von mehr als 1000 Besuchern pro Kopie. "Der verbotene Schlüssel" beschließt die Top fünf mit knapp 60.000 Zuschauern. Erst auf Platz 13 findet sich Ron Howards Boxerfilm "Das Comeback" (391 Startkopien), der trotz Starbesetzung nur auf etwa 35.000 Besucher kam.