Box Office Top-Film dank Filmriss
Bradley Cooper, Ed Helms und Zach Galifianakis in "Hangover 2": Erfolgsformel gefunden
Foto: Legendary Pictures/ Warner Bros.Hamburg/Los Angeles - Ein neuer Erfolg nach bewährter Formel: Nach einer wilden Junggesellenabschieds-Party erwacht ein Grüppchen von Männern über Dreißig mit schwerem Kater und Filmriss - gemeinsam versuchen sie, die vergangene Nacht zu rekonstruieren. So war es beim Komödienhit "The Hangover" im Jahr 2009 - und so ist es nun auch bei "Hangover 2", bloß dass die Kumpels diesmal nicht in Las Vegas, sondern in Bangkok gefeiert haben.
Den meisten amerikanischen Filmkritikern war diese Art, einen Erfolgsfilm fortsetzen zu wollen, zu plump. Doch die Kritiken hielten das Kinopublikum nicht davon ab, in Scharen in den Film von Regisseur Todd Phillips zu strömen. "Hangover 2" startete - eher selten in den USA - bereits am Donnerstag und spielte da bereits 31,6 Millionen Dollar ein, wie der Branchendienst Box Office Mojo berichtet. Von Freitag bis Sonntag kamen weitere 86,5 Millionen hinzu - und da der Montag in den USA ein Feiertag ist (Memorial Day), ist mit zusätzlichen hohen Umsätzen zu rechnen.
Damit könnte "Hangover 2" in der Fünftageswertung zum umsatzstärksten Start eines Films mit der Altersfreigabe "R" (Jugendliche unter 17 dürfen nur in Begleitung eines Erwachsenen zuschauen) werden - bisher führt in dieser Kategorie "The Matrix Reloaded" mit 139,4 Millionen Dollar. Zudem schaffte "Hangover 2" das beste Startwochenende einer Komödie mit echten Schauspielern - in den Hauptrollen sind es die selben wie im ersten Teil (Bradley Cooper, Ed Helms, Zach Galifianakis und Justin Bartha).
Dass Hollywood damit rechnet, mit einem geschätzten Gesamtumsatz von etwa 270 Millionen Dollar das erfolgreichste Memorial-Day-Wochenende seiner Geschichte zu verzeichnen, liegt aber nicht nur an "Hangover 2": Mit "Kung Fu Panda 2" kam eine weitere starke Fortsetzung auf den zweiten Platz der nordamerikanischen Kinocharts. 48 Millionen Dollar spielte der zweite Teil des Animations-Abenteuers aus dem Hause DreamWorks ein. Damit blieb der wieder in China spielende Film allerdings deutlich zurück hinter seinem Vorgänger, der vor knapp drei Jahren mit einem Startwochenende von 60,3 Millionen Dollar brillierte.
Nach nur einer Woche an der Spitze sank Pirat Jack Sparrow an die dritte Stelle der US-Kinocharts. Um 56 Prozent gingen die Einnahmen von "Pirates of the Caribbean - On Stranger Tides" gegenüber dem Startwochenende zurück - es blieben 39,3 Millionen. Außerhalb Amerikas bleibt der vierte Teil der Seeräubersaga aber weiterhin sehr erfolgreich: In Russland und China ist es nach nur zwei Wochen der umsatzstärkste Disney-Film aller Zeiten, teilte das Studio mit.
Sowohl "Kung Fu Panda 2" als auch "Pirates of the Caribbean 4" spielten weniger als die Hälfte ihres Umsatzes in 3-D-Vorführungen ein - üblich waren bisher etwa 60 Prozent. Die "New York Times" warnt daher bereits vor einem Ende des 3-D-Booms .
Ganz ohne dritte Dimension kommt der Überraschungshit "Bridesmaids" aus, die Hochzeitskomödie aus weiblicher Sicht, die sich in der dritten Woche Platz vier der Kinocharts sicherte und mit 16,4 Millionen Dollar nur 21,6 Prozent des Umsatzes vom Vorwochenende einbüßte. Das Götterdrama " Thor" kommt mit 9,6 Millionen Dollar in seiner vierten Kinowoche auf den fünften Platz.
Mit ziemlich wenigen Abspielstätten sehr ordentliche Einnahmen erzielten zwei Filme, die auf dem Festival in Cannes Premiere hatten. Woody Allens "Midnight In Paris" wurde nach sechs Kinos am Vorwochenende nun auf 58 Leinwänden gezeigt und kam auf ein Einspielergebnis von 1,9 Millionen Dollar und Platz sieben in den Charts - nur einen Platz hinter "Fast & Furious Five", der in 2982 Kinos lief. Und der Gewinner der Goldenen Palme, Terrence Malicks "The Tree of Life", startete in nur vier Kinos in Los Angeles und New York, spielte aber schon 352.000 Dollar ein.
Deutschland bleibt Piratenland
In Deutschland, wo drei der fünf erfolgreichsten US-Filme noch nicht angelaufen sind, fährt " Pirates of the Caribbean - Fremde Gezeiten" in ruhigen Bahnen an der Spitze der Kinocharts. Knapp 750.000 Besucher sahen nach Angaben des Branchenblattes "Blickpunkt:Film" den vierten Teil des Karibik-Spektakels mit Johnny Depp - damit haben den Film nach zehn Tagen schon 2,4 Millionen Zuschauer gesehen.
Mit großem Abstand folgen die anderen beiden Podiumsplätze: "Fast & Furious Five" hält den zweiten Platz mit 95.000 Zuschauern knapp vor dem neugestarteten Action-Thriller " Wer ist Hanna?", für den sich gut 80.000 Kinogänger interessierten.
Die Top Five werden von zwei weiteren seit mehreren Wochen bekannten Filmen abgerundet: Der Animationsfilm " Rio" auf Platz vier mit 50.000 Zuschauern und das Zirkus-Drama "Wasser für die Elefanten" mit 40.000 Besuchern an fünfter Stelle. Katja Riemann und Olli Dittrich spielen die Hauptrollen in dem auf Platz sieben neu eingestiegenen deutschen Film "Die Relativitätstheorie der Liebe", für den knapp 35.000 Tickets verkauft wurden.