Box Office "Transporter" statt Tränen
Los Angeles/Hamburg - Will Smith ist gut, aber Jason Statham ist besser - nach diesem Motto stürmten am Wochenende in Deutschland etwas mehr als 500.000 Zuschauer die Kinos und sahen sich in bester Actionlaune "Transporter 3" an. Das ist eine enorme Steigerung gegenüber den beiden ersten Teilen: "Transporter - The Mission" wurde laut "Blickpunkt:Film" im Herbst 2005 zum Start von 145.540 Besuchern gesehen und kam insgesamt auf 750.000 Zuschauer; "The Transporter" brachte es 2002 insgesamt nur auf 150.000 Zuschauer.
Das arg tränendrüsige Organspende-Drama "Sieben Leben" mit Will Smith und Rosario Dawson brachte es dagegen nur auf 330.000 Zuschauer - immerhin ein solides Ergebnis, das dem Start von "Das Streben nach Glück" ähnelt, der ersten Zusammenarbeit des Megastars Smith mit dem Regisseur Gabriele Muccino vor zwei Jahren.
Auf dem dritten Platz landete "Madagarscar 2", dem nach sechs Wochen langsam die Puste auszugehen scheint. Immerhin konnte er sich mit 180.000 Besuchern noch einmal vor dem Kitschspektakel "Australia" plazieren, das von 170.000 Besuchern gesehen wurde. Mit 125 verkauften Tickets schaffte es Til Schweigers Blödelkomödie "1 1/2 Ritter - auf der Suche nach der hinreißenden Herzelinde" noch einmal auf Platz fünf.
Marcus H. Rosenmüllers fünfter Kinofilm binnen drei Jahren scheiterte knapp vor der Top Ten. Sein Jugenddrama "Die Perlmutterfarbe" kam in 176 Kinos auf 40.000 Besucher. Christian Petzolds Venedig-Beitrag "Jerichow" schaffte es zum Start in 37 Kinos mit 17.000 Zuschauern auf Platz 14. Außerdem neu in den Top 20: "Alter und Schönheit" mit 13.000 Kinogängern in 57 Kinos.
Insgesamt wurden in Deutschland etwa zwei Millionen Kinotickets gelöst.
In den USA konnte sich Clint Eastwood über das bislang beste Startergebnis seiner langen Karriere freuen: Mit sensationellen 29 Millionen Dollar belegte sein Drama "Gran Torino", in dem er auch die Hauptrolle spielt, am ersten Wochenende in 2808 Kinos überraschend eindeutig Platz eins. Bisheriger Eastwood-Spitzenreiter war "Space Cowboys", der 2000 mit 18,1 Millionen Dollar angelaufen war. Insgesamt steht "Gran Torino" nunmehr bereits bei 40,1 Millionen Dollar. Bei Warner Bros. geht man davon aus, dass der Film Eastwoods bisherigen ewigen Spitzenreitern, "Million Dollar Baby", der 100,5 Millionen Dollar einspielte, und "Erbarmungslos" (101,2 Millionen Dollar) überholen wird. In jedem Fall liegt "Gran Torino" schon jetzt vor Eastwoods vorangegangenem Film: "Der fremde Sohn" kam im Oktober in die Kinos und spielte 35,7 Millionen Dollar ein.
Aber auch auf den Plätzen zwei und drei knallten die Korken: "Bride Wars - beste Freundinnen" sicherte sich in 3226 Kinos und mit 21,5 Millionen Dollar ein erfreulich gutes Einspielergebnis, das sich mit dem anderer hochkarätiger Romantikkomödien vergleichen lässt, zuletzt "27 Dresses", ebenfalls von Fox, der 23 Millionen Dollar am Startwochenende umsetzte. Eine große Überraschung war das starke Abschneiden des in 2357 Kinos gestarteten Horrorfilms "The Unborn", den niemand so recht auf der Rechnung hatte, der aber 21,2 Millionen Dollar einspielte.
Auf Platz vier findet sich "Marley und Ich" mit 11,4 Millionen Dollar und insgesamt bereits 123,7 Millionen Dollar, gefolgt von Golden-Globe-Verlierer "Der seltsame Fall des Benjamin Button", der nach 9,5 Millionen Dollar am Wochenende insgesamt bereits 94,3 Millionen Dollar umgesetzt hat.