Box Office Uschis lustloser Start
Der deutsche Kinogänger ist ein extremes Phänomen: Er beweist Familiensinn und verschafft damit dem Kinderfilm "Die wilden Kerle 4" einen Box-Office-Spitzenplatz (650.000 Besucher). Oder er lässt sich vom dritten Teil des Folterspektakels "Saw III" unterhalten (Platz zwei der Kinocharts; 320.000 Besucher).
Eine zeitgeschichtliches Drama, selbst wenn es von einer Sex-Ikone wie Uschi Obermeier erzählt, hat bei diesem Rezeptionsverhalten zwischen Scherz und Schmerz nur wenig Chancen. Mit stolzen 136 Kopien ging "Das wilde Leben" an den Start, aber nur 40.000 Besucher hatten Lust auf die politisch bewegte Geschichte der O.
Dann schon eher das affirmative Rührstück "Das Streben nach Glück" (Platz drei, 180.000 verkaufte Karten), Leonardo Di Caprio als Diamantenschmuggler in "Blood Diamond" (140.000 Besucher, Platz vier) und traumhafte Gesangs-Performance im Musical "Dreamgirls" (Platz fünf, 80.000 Tickets).
Auch in Amerika spukte die Vergangenheit durch die Kinosäle, allerdings nicht in gestalt einer Kommune-1-Bewohnerin, sondern als Horrorhaus, das eine Familie das Fürchten lehrt: Der neu gestartete "The Messengers" spielte am Super-Bowl-Wochenende 14,5 Millionen Dollar ein.
Platz zwei ging an das Mutter-Tochter-Drama "Because I said So" mit Diane Keaton und Mandy Moore (13 Millionen), Platz drei belegt die Filmtravestie "Epic Movie", die große Filmstoffe von "Fluch der Karibik" bis "Superman" verballhornt (zweites Wochenende, 8.2 Millionen Dollar).
Dahinter der zum Dauerbrenner gewordene Museumsbesuch mit Ben Stiller: "Nachts im Museum" spielte am siebten Wochenende 6,7 Millionen Dollar ein und hat insgesamt bereits 225,4 Millionen Dollar verdient. Schlusslicht der Top Fünf: Der Gangster-Streifen "Smokin' Aces" mit Soul-Prinzessin Alicia Keys in ihrer ersten Filmrolle (6,3 Millionen Dollar).
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