Box Office Valentinsgrüße vom Schlachter
Berlin/Los Angeles - Die Situation ist aus Teenager-Filmen hinlänglich bekannt: Wer im Kino Körperkontakt sucht, schaut sich am besten einen Horrorfilm an. Spritzt das Blut auf der Leinwand, rückt vielleicht auch der oder die Angebetete die entscheidenden Zentimeter an einen heran, um dann - Oh Schreck! - in den Arm genommen zu werden.
Die USA als Kinonation kennen diesen Trick natürlich aus dem Effeff. Zum Valentinstag am vergangenen Wochenende schenkten viele Amerikaner ihrer großen Liebe ein Ticket für "Freitag der 13." - und bescherten damit dem Remake des berühmt berüchtigten Ur-Slashers den besten Kinostart eines Horrorfilms überhaupt. 42,2 Millionen Dollar (3105 Kopien) spielte das Gemetzel um Eishockeymaskenmörder Jason laut "Blickpunkt: Film" am ersten Wochenende ein - jetzt schon mehr als das doppelte der rund 19 Millionen Dollar Produktionskosten.
Es war der beste Start eines Films mit R-Rating seit der Angelina-Jolie-Ballerorgie "Wanted". Und nach "Michael Bay's Texas Chainsaw Massacre" und "Amityville Horror" war es bereits das dritte erfolgreiche Neustart eines Horrorfranchise durch Michael Bays Produktionsfirma Platinum Dunes, die nun an einem Neustart von "Nightmare - Mörderische Träume" arbeitet.
Wem "Freitag der 13." trotz Händchenhalt-Garantie dann doch zu hart war, konnte sich mit Jennifer Aniston und den lustigen Kommunikationsproblemen zwischen Mann und Frau entspannen. Ihre Komödie "Er steht einfach nicht auf dich" hielt sich in der zweiten Woche mit einem Umsatz von 19,6 Millionen Dollar auf Platz zwei. Insgesamt hat der Film bereits 55,1 Millionen Dollar umgesetzt.
Dahinter landete klassisches Actionkino mit Liam Neeson als Ex-Agent auf der Jagd nach seiner verschleppten Tochter. "Taken - 96 Hours" spielte auch am dritten Wochenende starke 19,3 Millionen Dollar ein - ein Minimalminus von sechs Prozent. Insgesamt hat der Rachethriller bereits 77,9 Millionen Dollar umgesetzt. Nach "Gran Torino" und "Der Kaufhaus Cop", die die Erwartungen ebenfalls deutlich übertrafen, wird er es wohl der dritte Film in diesem Jahr sein, der die 100-Millionen-Dollar-Hürde nimmt.
Die romantische Jerry-Bruckheimer-Komödie "Shopaholic - Die Schnäppchenjägerin" holte sich als zweiter Neustart der Woche mit 15,4 Millionen Dollar in 2507 Kinos den vierten Platz und landete damit vor dem Animationsfilm "Coraline", der bei einem Einspiel von 15,3 Millionen Dollar gerade einmal neun Prozent abgab und nun bereits 40,4 Millionen Dollar eingespielt hat. Noch besser schnitt "Der Kaufhaus Cop" ab, der noch einmal acht Prozent zulegte und sein Gesamteinspiel nach 11,7 Millionen Dollar am Wochenende auf 110,5 Millionen Dollar steigerte.
Und auch Tom Tykwer konnte zufrieden sein: Der deutsche Regisseur feierte mit "The International" auf Platz sechs und 10 Millionen Dollar Einspiel (2364 Kopien) den besten US-Start seiner Karriere.
Lachen auf Türkisch
In Deutschland gab es zumindest an der Spitze keine großen Veränderungen - "Der seltsame Fall des Benjamin Button" konnte seine Spitzenposition mit 240.000 Besuchern zum zweiten Mal verteidigen - erstaunlich war jedoch der Erfolg der türkischen Fortsetzungskomödie "Recep Ivedik 2". Sie landete mit einem Sensationsschnitt von 2500 Besuchern pro Kopie auf Platz vier der deutschen Charts, allerdings lief der Film nur in 75 Kinos an.
Schon der Vorgängerfilm von Regisseur Togan Gökbakar hatte seinem Verleih Kinostar ein erfolgreiches Startwochenende beschert, als er mit einem Schnitt von 1326 Besuchern pro Kopie (bei 62 Locations) mit 82.238 Besuchern auf Platz sechs an den Start ging. Insgesamt wurde der Film damals von 311.698 Zuschauern gesehen. Teil zwei konnte die Besucherzahl am Startwochenende mit 190.000 Kinogängern mehr als verdoppeln. Er macht nun Jagd auf den bislang erfolgreichsten türkischen Film in den deutschen Kinos, "Tal der Wölfe", der, kontrovers diskutiert, 410.005 Besuchern verzeichnen konnte.
Tom Tykwers "The International" landete in Deutschland auf dem zweiten Platz. Der Thriller lief eine Woche nach seiner Weltpremiere als Eröffnungsfilm der Berlinale mit 210.000 Zuschauern in 474 Kinos an. Es ist der drittbeste Deutschlandstart eines Films von Tykwer, hinter " Das Parfum - Die Geschichte eines Mörders" und "Lola rennt".
Auf Platz drei landete die Komödie "Er steht einfach nicht auf dich", die in 398 Kinos 190.000 Zuschauer sahen. komplettiert wurde die Top fünf von der Vampirromanze "Twilight - Biss zum Morgengrauen" mit 115.000 Besuchern.
Der auch in Deutschland erst am Freitag, dem 13., gestartete "Freitag, der 13." kam in 192 Kinos mit 90.000 Zuschauern auf den siebten Platz. Knapp an den Top Ten scheiterte die Neuverfilmung von "Effi Briest". Hermine Huntgeburths Fontane-Verfilmung wurde in 155 Kinos von 60.000 Kinogängern gesehen. Insgesamt wurden in den deutschen Kinos am Wochenende etwa 1,9 Millionen. Tickets gelöst.