Box Office: Will, der Welteroberer - DER SPIEGEL
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Box Office Will, der Welteroberer

Er macht aus einem obdachlosen Alkoholiker einen Vorzeige-Typen und aus jedem Film einen Kassenhit: Will Smith. Als Superheld "Hancock" im gleichnamigen Actionfilm plazierte er sich in Deutschland und den USA auf Anhieb auf Platz eins der Kinocharts.
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Hamburg/Los Angeles - Wenn es derzeit einen Hollywoodstar gibt, auf den sich das Kinopublikum weltweit einigen kann, dann ist das Will Smith: Nach Studioangaben spielte "Hancock", in dem Smith einen abgewrackten Superhelden gibt, seit dem Kinostart am vergangenen Donnerstag insgesamt 185 Millionen Dollar ein.

Im Post-EM-Deutschland schaffte "Hancock" sogar das beste Startergebnis des Kinojahres. Laut "Blickpunkt Film" sahen bisher mehr als 1,1 Millionen Besucher (728 Kopien) die Geschichte des zerknautschten Alkoholikers Hancock, der sich nach und nach zum Vorzeige-Actionhelden mausert. Damit löste "Hancock" den bisherigen Spitzenreiter haarscharf ab. Das Endzeitdrama "I am Legend" war im Januar mit knapp 1,1 Millionen Kinogängern gestartet. In der Hauptrolle - natürlich - Will Smith, der die Hälfte des Films im Alleingang bestritt (im verlassenen New York stand ihm nur ein treuer Schäferhund im Kampf gegen die Zombies zur Seite). Insgesamt war es der fünfte Millionenstart eines Will-Smith-Films in Deutschland.

Überraschend am Erfolg von "Hancock" ist überdies, dass Regisseur Peter Berg bei seiner Superhelden-Parodie nicht auf eine Comic-Vorlage zurückgreifen konnte. Es gab also keine gewachsene Fangemeinde, die mit dem ungewöhnlichen Actionhelden groß geworden ist, wie etwa bei den Genre-Brüdern Spiderman, Hulk oder Batman. Dennoch schoss "Hancock" auch in den USA direkt auf Platz eins und spielte in den ersten fünf Tagen 107,3 Millionen Dollar (bei 3.965 Kopien) ein. Es ist der siebte Film in Folge mit dem Will Smith die 100-Millionen-Dollar-Marke knackte.

Der zweite Blockbuster, der in Deutschland in der Woche nach der Europameisterschaft um die wieder gewonnene Zeit des Publikums stritt, schmierte im Gegensatz zu "Hancock" geradewegs ab: "Kung Fu Panda", ein Animationsfilm aus dem Hause DreamWorks, konnte nur 490.000 Besucher in die Kinos locken. Damit blieb der Film über den Pandabären Po, der sich als Nudelsuppenkoch in der falschen Profession wähnt und stattdessen von einer Karriere als Kung-Fu-Kämpfer träumt, hinter den drei "Shrek"-Filmen und "Madagascar" zurück.

Ansonsten tat sich nicht viel an den deutschen Kinokassen: "Sex and the City" belegte mit 70.000 Zuschauern Platz drei, "Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels" folgte mit 50.000 Kinogängern. Platz fünf ging an den Neuling "Happy-Go-Lucky". Die Tragikomödie von Mike Leigh mit Sally Hawkins als Gute-Laune-Bündel Poppy in der Hauptrolle sahen mehr als 40.000 Besucher in 92 Kinos.

Auch in den USA gehörte der zweite Platz am Box Office einem Animationsfilm: "Wall.E", die Geschichte eines Abfallbeseitigungsrobotors, spielte weitere 33,4 Millionen Dollar ein und erhöhte damit sein Gesamtergebnis auf 128,1 Millionen Dollar. Es ist der neunte Film aus der Animationswerkstatt Pixar, und alle neun haben die 100-Millionen-Dollar-Marke übersprungen.

Die zweite Superheldensaga "Wanted" musste am zweiten Wochenende in den USA Einbußen von 60 Prozent hinnehmen, was bei einer Konkurrenz wie "Hancock" kaum verwundert. Der Film des russischen Regisseurs Timur Bekmambetov mit Angelina Jolie in einer der Hauptrollen spielte von Freitag bis Sonntag noch 20,6 Millionen Dollar ein und kommt bisher auf ein Gesamtergebnis von 90,8 Mio. Dollar.

Kurz vor dem Sprung über die 100-Millionen-Dollar-Mauer steht auch die Actionkomödie "Get Smart", die am dritten Wochenende 11,1 Millionen Dollar umsetzte. "Kung Fu Panda" landete mit 7,5 Millionen Dollar auf Platz fünf.

cc/dpa