Box Office Zombies schlagen Jesus
Mel Gibsons Bibel-Horror "The Passion of the Christ" musste sich an den US-Kinokassen dieses Wochenende den Zombies von "Dawn of the Dead" geschlagen geben. 27 Millionen Dollar spielten die Untoten am Startwochenende ein, Gibsons Passionsspiele brachten noch einmal 19 Millionen - nach drei Wochenenden an der Spitze der Charts. Insgesamt hat der Folter-Film damit seit seinem US-Start am 25. Februar 295,3 Millionen Dollar eingespielt und damit "The Sixth Sense" auf der Liste der in den USA erfolgreichsten Filme aller Zeiten überholt. Jesus liegt jetzt auf Platz 18.
Der Serienkiller-Thriller "Taking Lives" mit Angelina Jolie und Ethan Hawke belegt Platz drei bei den Besucherzahlen vom vergangenen Wochenende. 11 Millionen Dollar spielte die Geschichte über eine FBI-Agentin auf der Jagd nach einem Psychopathen, der die Identitäten seiner Opfer annimmt, ein.
Auf Platz sechs stieg Jim Carreys "Eternal Sunshine of the Spotless Mind" ein, 8,6 Millionen Dollar brachte der Film in die Kassen. Carrey spielt darin einen Mann, der eine Firma engagiert, um seine schmerzhaften Erinnerungen an eine verflossene Liebe, gespielt von Kate Winslet, löschen zu lassen. Die ersten Zwölf der Charts spielten insgesamt knapp 110 Millionen Dollar ein, ein Anstieg von 33 Prozent gegenüber dem vergangenen Jahr. Einen Gutteil dieses Anstieges haben die Kinos der "Passion" verdanken. Bisher hat Hollywood in diesem Jahr etwa 1,8 Milliarden Dollar eingespielt, drei bis vier Prozent mehr als 2003.
"Dawn of the Dead", mit Sarah Polley und Ving Rhames ist ein Remake von George Romeros gleichnamigem Horrorklassiker von 1978. In beiden Filmen geht es um eine Gruppe von Überlebenden, die sich in einem Einkaufzentrum vor einer wachsenden Horde menschenfressender Zombies verstecken. Remakes sind in Hollywood ein gefährliches Spiel, aber Horrorfilme sind weniger riskant, weil sie ein Stammpublikum haben. "Alle gehen hin, weil sie die Zombies sehen wollen", meinte Universal-Vertriebschefin Nikki Rocco zum Erfolg von "Dawn of the Dead". Auch das Horror-Remake "Texas Chain Saw Massacre" war in den USA recht ordentlich gelaufen.
Horrorfilme spielen ihr Geld aber üblicherweise kurz nach dem Start ein, in den nachfolgenden Wochen haben die Fans die Schocker schon gesehen, die Besucherzahlen gehen rasch zurück. Das Untoten-Remake war allerdings mit 26 Millionen Dollar Produktionskosten sehr billig.
In Deutschland konnte "Die Passion Christi" keine so rauschenden Erfolge feiern wie in den USA, berichtet der Branchendienst "Blickpunkt: Film". Disneys "Bärenbrüder" schlugen das christliche Gemetzel um Längen: 670.000 Besucher wollten den Film über einen Indianerjungen, der in einen Grizzly verwandelt wird, sehen. Der letzte Tag im Leben Jesu lockte nur 285.000 in die Kinos - das reichte für Platz zwei.
Auf Platz drei der deutschen Charts konnte sich "... und dann kam Polly" halten. Die romantische Komödie mit Ben Stiller und Jennifer Aniston zog 215.000 Kinogänger an. Gefolgt wurde der Film von "Gothika" mit 210.000 Besuchern, sowie "Was das Herz begehrt" und "Scary Movie 3", die jeweils auf etwa 125.000 Zuschauer kamen. Auf Platz sieben steht "Gegen die Wand", der mit knapp 80.000 Besuchern erneut gut lief.
Enttäuschend dagegen das Abschneiden des deutschen Animationsfilms "Back to Gaya ", der bei 302 Startkopien gerade einmal etwa 50.000 Zuschauer ins Kino locken konnte. Einen soliden Schnitt hatte dagegen "Frühling, Sommer, Herbst, Winter und... Frühling ", der mit 50 Kopien immerhin 25.000 Besucher zog. Dank der starken "Bärenbrüder" konnte man insgesamt wieder mehr als zwei Millionen Besucher zählen.