"Bread & Roses" Dramatische Didaktik
Wie schon bei "Land and Freedom" spielt die Handlung von "Bread & Roses" in einer spanischsprachigen Umgebung, diesmal unter den mexikanischen Einwanderern in Kalifornien. Nach einem Originaldrehbuch von Paul Laverty, der auch die Geschichten zu Loachs letzten Filmen "Carla's Song" und "My Name is Joe" lieferte, beschäftigt sich der britische Regisseur mit einem Aufstand der lateinamerikanischen Putzleute in Los Angeles, die auch weil viele illegal über die Grenze gekommen sind von ihren amerikanischen Arbeitgebern schamlos ausgenutzt werden.
Die Story dreht sich um die junge Mexikanerin Maya, die nach Los Angeles kommt, um bei ihrer Schwester Rosa zu arbeiten. Rosa schuftet bei einer großen Putzfirma, in der nur nicht-gewerkschaftlich organisierte Putzkräfte beschäftigt werden. Sie verdienen nur etwa die Hälfte von dem, was die Gewerkschaften bereits vor Jahren durchgesetzt haben, bekommen auch keine Gesundheits- oder Altersfürsorge. Dadurch kann die Firma ihre Konkurrenzfirmen am Markt stets unterbieten.
Eines Tages hilft Maya einem Mann bei der Flucht vor den Sicherheitskräften des Betriebs. Es ist Sam Shapiro (Adrien Brody), der eine führende Rolle bei der Bewegung "Justice for Janitors" ("Gerechtigkeit für Hauswarte") spielt. Sam agitiert die Putzleute und zeigt ihnen die Vorteile der Gewerkschaft auf. Viele, darunter auch Rosa, sind gegenüber der Gruppe sehr skeptisch, weil sie Angst um ihre Jobs haben. Der Vorarbeiter Perez schürt diese Angst, um jede gewerkschaftliche Aktivität im Keim zu ersticken. So kommt es bald zu einem Katz- und Mausspiel, bei dem es die Putzleute der Firma immer schwerer machen, sie auszubeuten. Der Betrieb schikaniert sie im Gegenzug mit allen legalen und illegalen Mitteln.
Dramatischer Höhepunkt des Films ist eine Auseinandersetzung zwischen Maya - die sich inzwischen nicht nur für Sam, sondern auch für seine Ideale begeistert - und ihrer Schwester Rosa, die die Namen einiger Agitatoren an die Firmenleitung verraten hat, um sich und ihre Schwester zu schützen. Als Maya ihr diesen Verrat vorwirft, macht Rosa ihr klar, was es bedeutet, sich als mittellose Emigrantin durchzuschlagen und dabei die ganze Familie in Mexiko mit Geld zu versorgen.
Hier setzt sich die Kraft der beiden ausgezeichneten mexikanischen Schauspielerinnen Pilar Padilla (Maya) und Elpidia Carrillo (Rosa) gegen den eher biederen und trockenen Stil Ken Loachs durch, der zwar wohlmeinend einen sehr wichtigen und zu selten beachteten Aspekt des alltäglichen Lebens in Amerika aufgegriffen hat, es aber nicht immer versteht, über das didaktische Moment hinauszuwachsen.