Cannes Polanski tobt, steht auf und geht
Cannes - Eigentlich ist Cannes ein gutes Pflaster für Polanski, 73. Wenn ihm dort Preise verliehen werden - zuletzt bekam er 2002 die "Goldenen Palme" für "Der Pianist" - darf er sie sogar persönlich entgegennehmen. Anders als in den USA, wo er nach einem Justizskandal im Jahr 1977 immer noch nicht einreisen darf.
Mit Cannes jedoch kann Polanski, und Cannes mit ihm. Heute jedoch verdunkelte ein donnernder Auftritt des Regisseurs das Azurblau über der Croisette.
Bei der Pressekonferenz zum Projekt "Chacun son cinéma" wurde heute die Zukunft des Kinos im digitalen Zeitalter diskutiert. Plötzlich ergriff Polanski das Mikro, blaffte die anwesenden Journalisten an: "Es ist eine Schande, solche armseligen Fragen zu stellen, solche leeren Fragen. Sie sind nicht mehr daran interessiert, was im Kino passiert." Sprach's, stand auf und verließ den Raum.
An der Veranstaltung nahmen neben Polanski fast 30 weitere namhafte Regisseure teil, darunter der Deutsche Wim Wenders, der Mexikaner Alejandro Gonzalez Inarritu und der Chinese Wong Kar Wai.
Die Diskussion wurde ohne Polanski fortgesetzt.
pad/AP