China stoppt "Django Unchained" am Premierentag - DER SPIEGEL
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Tarantino-Filmstart: "Django Unchained" zu brutal für Chinesen?

Foto: Sony Pictures

Tarantino-Filmstart China stoppt "Django Unchained"

Keine Chance für Quentin Tarantinos Sklaverei-Epos: Chinesische Kinos sind angewiesen worden, den Film wieder aus dem Programm zu nehmen. Offizieller Grund sind "technische Probleme".
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Hamburg/Peking - Er war den Zensoren schon zuvorgekommen: Um den Filmstart zu ermöglichen, hatte Quentin Tarantino sein Werk umschneiden und bearbeiten lassen. "Wir geben dem Blut eine dunklere Farbe und reduzieren das Ausmaß von Blut und Splatter ein wenig", hatte Tarantino dem "Guardian" erklärt. "Das Blutvergießen und die Gewalt sind in meinem Film nur Mittel zum Zweck - und diese leichten Anpassungen berühren nicht die Qualität des Films."

Das Einlenken auf die chinesische Zensurbehörde hat offensichtlich nichts genützt - das Aus für den Film kam schon am Premierentag. Am Donnerstag gaben mehrere Filmtheater im Land bekannt, dass sie den Film nicht mehr zeigen werden. Die Angestellten zweier Kinos in Peking, die ihren Namen nicht nennen wollten, nannten als Grund eine Anweisung der Importfirma China Film Group Corporation. Angeblich gibt es ein nicht weiter spezifiziertes "technisches Problem" mit den Filmkopien. "Django Unchained" ist der erste Film des US-amerikanischen Regisseurs, der in China in die Kinos kommen sollte.

Nach nur einer Minute gestoppt

Vertreter der Filmindustrie sagten dem Internetportal Sina, Nacktszenen hätten zu der plötzlichen Zensur geführt. Es sei unklar, wann der Film wieder auf der Leinwand zu sehen sei. In einem Kino sei der Film nach nur einer Minute gestoppt worden, berichtete ein Nutzer des Kurzbotschaftendienstes Sina Weibo. Mit Hilfe von Raubkopien konnten zahlreiche chinesische Fans allerdings die Originalversion des Films bereits auf DVD oder im Internet sehen.

Der jähe Abbruch des Filmstarts kommt überraschend - tatsächlich läuft seit Wochen eine Werbekampagne für das Sklaverei-Epos, das mit drei Stunden Laufzeit der längste Film ist, den Tarantino je gedreht hat. Die Importfirma selbst hat sich noch nicht geäußert, und auch Chinas Zensurbehörde kommentierte den Vorfall bislang nicht.

twi/ap/afp

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