Comic-Helden: Ein Brite wird Batman - DER SPIEGEL
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Comic-Helden Ein Brite wird Batman

Der britische Schauspieler Christian Bale, bekannt durch seine Rolle als "American Psycho", konnte sich gegen starke Konkurrenz durchsetzen: In Christopher Nolans kommender Batman-Verfilmung spielt er die Rolle des Rächers aus Gotham City.
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Los Angeles - Man kann nicht sagen, dass die Konkurrenz schwach war: Hollywood-Shooting-Star Jake Gyllenhaal ("Donnie Darko") war ebenso für die fünfte Verkörperung des Comic-Helden Batman im Gespräch wie "Dawson's Creek"-Hauptdarsteller Joshua Jackson und der Ire Cilian Murphy ("28 Days Later"). Doch der neue Rächer von Gotham City stammt aus Pembrokeshire, Wales, ist 29 Jahre alt und wurde als durchgeknallter Narziss Patrick Bateman in Mary Harrons "American Psycho"-Verfilmung berühmt.

"Ich sehe in Christian die ultimative Verkörperung Bruce Waynes", sagte "Batman V"-Regisseur Christopher Nolan mit Bezug auf Batmans Alltags-Identität. "Er hat exakt die Balance aus Licht und Schatten, nach der wir gesucht haben".

Bale erlebte seinen Durchbruch als 14-Jähriger in Steven Spielbergs Monumentalfilm "Das Reich der Sonne" (1987), brauchte aber einige Jahre, um den Sprung vom Kinderdarsteller zum erwachsenen Mimen der A-Klasse zu schaffen. Seine erste Hauptrolle "American Psycho" brachte ihn in Hollywood ins Gespräch, kurz darauf spielte er einen ähnlich eiskalten Charakter in John Singletons "Shaft"-Neuverfilmung als Widerpart von Samuel L. Jackson. Doch Bale weiß Abstand von der Glitzermaschinerie der US-Filmmetropole zu halten und hält sich an europäische oder unabhängige Produktionen. Zuletzt spielte er in Rob Bowmans krudem Drachentöter-Abenteuer "Die Herrschaft des Feuers", danach drehte er mit Regisseur Kurt Wimmer in Berlin den dystopischen Action-Thriller "Equilibrium".

Nach Michael Keaton, Val Kilmer und George Clooney, der den zerquälten Gerechtigkeitsfanatiker mit dem Fledermaus-Cape zuletzt - in Joel Schumachers desaströser Farce "Batman & Robin" (1997) - spielte, soll sich nun Bale die Maske mit den spitzen Ohren aufsetzen und für ein Comeback der auf der legendären DC-Comicreihe basierenden Filmserie sorgen.

Regisseur Nolan, gut beleumundet durch seinen komplizierten Thriller "Memento", übernahm den Auftrag von seinem Kollegen Darren Aronofsky ("Requiem For A Dream"), der zusammen mit Comic-Autor Frank Miller an Drehbuch und Besetzung gearbeitet hatte, aber Anfang des Jahres entnervt von der Taktiererei des Warner-Bros.- Studios das Handtuch warf. Auch Nolan will sich US-Medien zufolge an Millers berühmten Batman-Roman "Year One" halten, doch das neue Skript von Nolan und "Blade"-Autor David Goyer ist noch nicht fertig. Sicher ist, dass der fünfte Batman-Film zu den Anfängen der Karriere des Superhelden zurückkehren wird.