"Der dritte Mann" Schauspielerin Alida Valli gestorben
Rom - In Hollywood hieß sie nur "Valli", dabei lautete ihr voller Name Alida Maria Laura von Altenburger. Die 1921 im damals noch italienischen Pola (heute Kroatien) geborene Tochter eines österreichischen Journalisten und einer italienischen Hausfrau studierte Drama an der Filmhochschule in Rom, bevor sie dank ihres herausragenden Talents und ihrer dunkelhaarigen Schönheit für den Film entdeckt wurde.
Schon im Alter von 15 Jahren stand sie zum ersten Mal vor der Kamera. Mit der Titelrolle in dem Filmdrama "Manon Lescau" (1940) wurde sie in ganz Italien bekannt und gewann zahlreiche Preise. Ihre Karriere knickte jedoch ein, nachdem sie sich weigerte, in Filmen mitzuspielen, die ihrer Meinung nach faschistische Propaganda verbreiteten.
Doch zu jener Zeit war bereits Hollywood auf das aufstrebende Talent aufmerksam geworden. Nach ihrem triumphalen Erfolg in Mario Soldatis "Eugenia Grandet" (1947) verpflichtete Hollywood-Mogul David O. Selznick die Valli als Mordverdächtige in Alfred Hitchcocks "Der Fall Paradin". Selznick war es auch, der ihr die Hauptrolle als Anna Schmidt in Carol Reeds späterem Klassiker "Der dritte Mann" (1949) anvertraute, die sie an der Seite von Joseph Cotten und Orson Welles bravourös meisterte. Zu jener Zeit wurde Alida Valli bereits als "nächste Greta Garbo" gefeiert, doch einige Misserfolge, darunter der film noir "Walk Softly, Stranger" ließen ihre US-Karriere schnell im Sande verlaufen.
Valli kehrte nach Italien zurück und heiratete den Pianisten und Komponisten Oscar d Mejo, mit dem sie zwei Söhne bekam. 1954 zerbrach die Ehe in einem öffentlichen Skandal. Trotz aller Rückschläge blieb Valli dem Kino treu und drehte in den späteren Jahren unter anderem mit Luchino Visconti ("Sehnsucht") und Bernardo Bertolucci ("1900"). Insgesamt kann Alida Valli auf 124 Filme zurückblicken. Heute Morgen starb sie 84-jährig in Rom.
bor/afp