"Easy Rider" Kameramann László Kovács gestorben
Los Angeles - Kovács sei bereits am Samstag in seinem Haus in Beverly Hills im Schlaf gestorben, berichtete das Branchenblatt "Hollywood Reporter" heute. Berühmt wurde er durch seine Kamera-Arbeit an US-Filmen wie "Easy Rider", "New York, New York" oder "Paper Moon", die in den späten sechziger Jahren und bis Ende der Siebziger entstanden, als rebellische Regisseure das alte Hollywood-System mit sozialkritischen, gewaltvollen Autorenfilmen auf den Kopf stellten.
Das passte gut zu Kovács, der - auf einer Farm aufgewachsen - in den fünfziger Jahren in Budapest Film studiert hatte und 1956 in den Volksaufstand gegen die kommunistische Herrschaft hineingeriet. Todesmutig filmten er und sein bester Freund Vilmos Zsigmond mit versteckter Kamera die Auseinandersetzung und schufen ein kostbares Zeitdokument. Die beiden Kameramänner, Zsigmond drehte später unter anderem Michael Ciminos Vietnam-Drama "Die durch die Hölle gehen", flüchteten nach Österreich und kamen als politische Flüchtlinge in die USA. Ihr heimlich aus einer Papiertüte heraus gefilmter und außer Landes geschmuggelter Bericht wurde von dem prominenten TV-Journalisten Walter Cronkite kommentiert und von CBS ausgestrahlt.
Mit der Kamera-Arbeit für den Kultfilm "Easy Rider" (1969) wurde Kovács in Hollywood schlagartig berühmt. Fortan arbeitete er mit hochrangigen Regisseuren, darunter Peter Bogdanovich ("Paper Moon"), Hal Ashby ("Shampoo") und Martin Scorsese ("New York, New York"). Zu seinen mehr als 60 Filmen als Director of Photography zählen auch leichtere Filme wie "Ghostbusters" oder "Miss Undercover" (2000). 2002 wurde er von dem US-Verband "American Society of Cinematographers" mit einem Preis für sein Lebenswerk geehrt.
bor/dpa