Film Amanda Peet
Sie könnte Werbung für Cornflakes machen. Oder für Fruchtzwerge. Makellose Zähne, schulterlanges blondes Haar, große knallblaue Augen eine wie sie, denkt man, putzt sich sogar nach einem Apfel die Zähne. Am Anfang ihrer Karriere hat sie wohl geglaubt, dass es in Hollywood nicht allzu schwierig sein dürfte für ein Mädchen, das so blendend aussieht wie sie, ein paar schöne Hauptrollen abzukriegen: Amanda Peet küsst Tom Cruise, Amanda Peet weist Leonardo DiCaprio zurück, Amanda Peet folgt Kevin Costner in den Sonnenuntergang was man halt so träumt, wenn man frisch von der Universität kommt.
Die Realität sieht anders aus: Schöne Frauen gibt es in Hollywood mehr als genug. Wer es als Nachwuchshoffnung zu etwas bringen will, sollte die Randbereiche des Lebens erkundet haben. Wie soll jemand Gescheiterte und Verzweifelte darstellen, der ausschaut wie das blühende Leben?
Also ging die New Yorkerin Peet erst mal zum Fernsehen. 1995 als 23-Jährige eine markante Nebenrolle in "Central Park West", kurze Zeit später ein Gastauftritt in "Seinfeld" irgendwann muss doch mal ein Produzent zugucken! Das Gefühl, nicht recht voranzukommen, kannte sie aus ihrer Schauspielgruppe an der Columbia-Universität: "Sosehr ich mich auch angestrengt habe ich bekam einfach keine Rolle. Insofern war es eine Vorahnung dessen, was später kommen sollte; eine Vorbereitung aufs Leben."
Dass es mit ihrer Filmkarriere zögerlich losging, lag allerdings nicht nur an ihr: "Grind", den sie 1994 drehte, kam erst drei Jahre später in die Kinos und floppte; weitere Independent-Filme drängten sie in eine Ecke, aus der man als Jungschauspielerin schwer wieder rauskommt.
In "Body Shots" (Start: 2.3.) ist sie eine junge Frau, die verzweifelt die Mitte ihres Lebens sucht. Gleich zu Beginn sieht man sie zusammengekrümmt auf dem Bett, neben ihr, völlig zerstört, ein junger Mann: als hätten die beiden mehrere Nächte mit Scotch und Klebstoff verbracht. Amanda spielt eine höhere Tochter mit den Phantasien einer Vorstadtgöre, und ein bisschen sieht sie aus, als hätte sie sich während der Dreharbeiten dafür geniert. Am Ende stellt sich heraus, dass zwischen ihr und dem Burschen im Bett überhaupt nichts gelaufen ist; es spricht für Peet, dass man als Zuschauer ein wenig über diese Entdeckung erleichtert ist. Wenn sie schon keine dunklen Seiten hat, so kann sie wenigstens welche spielen.
Vorläufiger Höhepunkt ihrer Karriere: Ihr Auftritt an der Seite von Bruce Willis in "The Whole Nine Yards" (Start: 20.4.). Im Internet wurde sie sogar in die Sammlung berühmter rauchender Schauspielerinnen aufgenommen: Jemand hatte gesehen, wie sie bei einem Shooting Rauch aus einem Fenster blies. Ein Anfang, immerhin. Hauke Goos
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