Film-Blogs Schlangen im Flugzeug - ein Brüller
New York - Von seinen Machern wird er als möglicher Kassenschlager des Spätsommers gehandelt - sein Titel sei aber eher B-Movie verdächtig, amüsieren sich Blogger über den Thriller "Snakes on a Plane" , der in den USA am 18. August in die Kinos kommt. Der 26-Jährige Brian Finkelstein hat der humoresken Diskussion um den Titel des Films im Internet eine eigene Plattform gegeben, die Webseite Snakesonablog.com .
In 44 Sprachen wird der Filmtitel dort zum Beispiel übersetzt, eine eigene T-Shirt-Kollektion wird auf der Seite zum Verkauf angeboten. "Sogar das amerikanische Militär ist nicht frei von der Schlangen-Plage", wirbt ein Hobby-Designer für seine Shirts, auf denen das Militärflugzeug F117A mit Schlangen abgebildet ist - dezent in grau und schwarz gehalten.
Mit einer Unterschriftenaktion fordern die Betreiber der Seite die Produzenten des Films auf, sie zur Hollywood-Premiere einzuladen, weil man den Film lange bevor er anläuft, bekannt gemacht habe. "Unsere Seite hat eine Bewegung ausgelöst, die Menschen unterschiedlicher Religionen, Hautfarben, Überzeugungen, Nationalitäten in EINEM vereint: Dem Glauben an die Herrlichkeit von 'Snakes on a Plane'."
Etwa 300.000 Mal wurde bereits auf snakesonablog.com geklickt - sehr viele können anscheinend genauso über den schnöden Titel lachen wie Finkelstein selbst. Er selbst erklärt das Amüsement so: "All das ist nur aus dem Titel des Filmes entstanden, weil er so ehrlich, so geradeheraus und klar war. Es gibt keine Metapher, keinen Symbolismus. Alles was man über den Film wissen muss, sagt schon sein Titel."
In dem von New Line Cinema produzierten Film von Regisseur David R. Ellis, will ein FBI-Agent eine wichtige Zeugin mit dem Flugzeug von Hawaii nach Los Angeles bringen. Der Gangster aber, gegen den die Frau aussagen soll, hat die Maschine mit allen möglichen Arten von giftigen Schlangen präpariert.
Auf Finkelsteins Seite haben Fans des Titels ein eigenes Liebeslied zu "Snakes on a Plane" geschrieben. Ein Duett heißt: "Two Snakes on a Plane" - "Zwei Schlangen im Flugzeug". Text: "Wir könnten unser Leben wie zwei Schlangen im Flugzeug gemeinsam verbringen/ Uns häuten und uns gegenseitig einhüllen, mit allem was bleibt." Ein anderer Blogger hat einen Song "Snakes on a Plane" zu der Melodie von Nirvanas "Something in the Way" gedichtet.
Auch anderswo albern und lästern die Web-Witzbolde: Chris Rohen aus Maryland hat einen Audio-Trailer ins Netz gestellt, auf dem Samuel L. Jackson imitiert wird. Die Stimme schreit: "Ich will diese (***zensiert) Schlangen aus dem (***zensiert) Flugzeug haben!" Der Titel klinge albern, aber genau deswegen sei er brillant, so Rohen.
Auch Videoclips kursieren im Internet: Einer zeigt Männer, die Jack Nicholson und Christopher Walken darstellen sollen. "Hier sind Schlangen", schreit der falsche Nicholson. "Im Flugzeug. Und sie beißen! Und sie verängstigen die Leute!"
Der Ulk nimmt kein Ende: Ein anderes Video zeigt einen Vierjährigen, der mit einem Papierflieger, der von Schlangen überhäuft ist, spielt. Von der Hand des Jungen geleitet, schmeißt eine Plastikfigur die Schlangen von dem Flieger runter. Die Sound-Effekte seien die größte Herausforderung gewesen, sagt der Junge in einem gefälschten Making-of.
Auf einer amerikanischen Internetseite, die die Bedeutung von umgangssprachlichen Formulierungen erklärt, ist der Ausdruck "Snakes on a Plane" längst zur lässigen Redewendung avanciert. Allerdings mit unterschiedlichen Interpretationen: Ein User meint "Snakes on a Plane" bedeute soviel wie "C'est la vie" oder "shit happens" oder auch "whattya gonna do?". Ein anderer erklärt dort "Snakes on a Plane" sei eine Redewendung, mit der man jemandem seinen Glückwunsch oder seine Anerkennung aussprechen könne.
Dass Filme im Internet von einer breiten Masse aufs Korn genommen werden, ist an sich nichts Neues. Auch zu den Filmen "The Shining" und "Titanic" kursieren gefälschte Trailer.
Die Produktionsfirma von "Snakes on a Plane", "New Line Cinema", hat den Dreh zusätzlicher Szenen angefordert, unter ihnen eine, in der Samuel L. Jackson flucht - ähnlich wie in Rohens Trailer. Rohen freut sich: "Ich würde es toll finden, wenn Samuel L. Jackson das F-Wort alle fünf Sekunden sagt."
anr/AP