Film: Jennifer Connelly - DER SPIEGEL
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Film Jennifer Connelly

Sie spielte in Filmen, die sie nicht mochte, und mochte Filme, in denen sie nicht spielte ­ bis man ihr die Rolle einer Drogenabhängigen anbot.
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n seinen besten und wohl auch in seinen schrecklichsten Momenten funktioniert das Leben wie ein Dominospiel: Ein Anstoß genügt, und plötzlich hängt alles mit allem zusammen, aus lauter einzelnen Steinen wird ein großes Ganzes.

Jennifer Connelly kennt solche Momente. "Es gab eine Zeit während meines Englischstudiums in Yale", erinnert sich die amerikanische Schauspielerin, "da schien jedes Buch, das ich las, auf wundersame Weise von den gleichen Dingen zu erzählen. Damals habe ich mich gefragt, ob das Zufall war, ob ich diese Art Bücher irgendwie anzog, oder ob es einfach an meiner Wahrnehmung lag, da es genau die Dinge waren, die mich damals beschäftigten."

Diese Erfahrung hat sie nun auch in ihrer Arbeit machen können. Ihre letzten beiden Rollen, als Drogenabhängige in Darren Aronofskys beklemmender Suchtstudie "Requiem for a Dream" und als leidgeprüfte Ehefrau des schizophrenen Nobelpreisträgers John Nash in "A Beautiful Mind" (Start: 28.2.), brachten der 31-Jährigen nicht nur die längst überfällige Anerkennung als hervorragende Schauspielerin, einen Golden Globe und eine Oscar-Nominierung. Die Rollen halfen ihr auch persönlich: "In den letzten Jahren hatte ich das Gefühl, dass all das, was die Charaktere, die ich spiele, erleben, genau das war, was ich in meinem Leben in diesem Moment brauchte."

In "Requiem for a Dream", sagt die Mutter eines 4-jährigen Sohnes, habe sie interessiert, wie das Fehlen von Nähe zwischen Müttern und Kindern diesen essenziellen Hunger auslöst, der die Sucht antreibt. Also erforschte Connelly ihre eigenen Abhängigkeiten. In "A Beautiful Mind" spielte sie eine zielstrebige, starke Frau ­ was der scheuen Schauspielerin neue Einsichten in die Freuden des Erfolgs verschaffte.

Fast 20 Jahre hat es für die Tochter eines Bekleidungsherstellers und einer Masseurin aus Brooklyn Heights in New York gedauert, mit ihrem Job derart ins Reine zu kommen. Schon als Zehnjährige hatte sie die ersten Model-Jobs, 1984 tanzte sie für Sergio Leone in "Es war einmal in Amerika". Werbespots, Auftritte in Musikvideos, TV-Serien und einem Film von Horror-Altmeister Dario Argento sowie eine Pop-Single in Japan folgten. Und, als 15-Jährige, eine Rolle in dem Fantasy-Erfolg "Die Reise ins Labyrinth" an der Seite von David Bowie, der die dunkle Schönheit mit der sehr jungen Liz Taylor verglich. Doch dann stagnierte ihre Karriere, Regisseure boten ihr meist belanglose Teenager-Filme an oder nutzten ihre Schönheit als eine Art optischen Special Effect. "Lange Zeit gab es die Filme, die ich gern sah, die Filme, die ich gern gemacht hätte, und die, die ich angeboten bekam. Leider waren das nie dieselben", sagt Connelly. Darüber wird sie sich jetzt keine Sorgen mehr machen müssen.

Jörg Böckem