Film: Mark Dacascos - DER SPIEGEL
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Film Mark Dacascos

Der Kampfsport half ihm, seine Identität zu finden. Und er ist "mentales, spirituelles und physisches" Fitnesstraining für die Schauspielarbeit.
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Es kümmere ihn nicht, was die Kritiker von seinem Film hielten, behauptete der französische Regisseur Christophe Gans kürzlich in einem Interview: "Ich wünsche mir nur, dass möglichst viele Kids Poster von Mark Dacascos über ihre Betten hängen." Vielleicht geht sein Wunsch sogar in Erfüllung. Denn mit "Pakt der Wölfe" (Start: 14.2.) hat Gans ein spannendes Historienmärchen voller düsterer Schönheit und rasanter Action inszeniert und damit einen der erfolgreichsten französischen Filme des Jahres 2001 vorgelegt. Für die Rolle des Mani hat er einen großartigen Darsteller engagiert: Mark Dacascos. Mani ist ein indianischer Kampfvirtuose mit schamanischen Fähigkeiten, dessen gesamter Stamm von den Franzosen ausgerottet wurde. Der Film spielt im 18. Jahrhundert, und es hat Mani ausgerechnet nach Frankreich verschlagen, wo er ein Ungeheuer jagt. Mani kämpft und schweigt und zeigt damit, dass im Kino die schiere Präsenz und die Sprache des Körpers alles bedeuten können. Der Filmheld sei, sagt der Regisseur Gans, so etwas wie die "idealisierte Version von Mark". Der reale Mark Dacascos wuchs zunächst bei seinen Großeltern in Hawaii auf und hat Vorfahren aus der halben Welt: Sein Vater ist philippinischer, spanischer und chinesischer Abstammung, seine Mutter halb Irin und halb Japanerin. "Ich sah völlig anders aus als jeder andere", erinnert sich Dacascos, "ich war immer auf der Suche nach meiner Identität." Als er im Alter von sechs Jahren zu seinem Vater und seiner Stiefmutter in die USA zog, fühlte er sich deplatziert. Erst in der Kampfsport-Schule, die sein Vater, ein Kung-Fu-Meister, und seine Stiefmutter, ebenfalls eine Martial-Arts-Größe, zuerst in Denver und Mitte der Siebziger in Hamburg gründeten, fand Mark Dacascos sein Zuhause. "Kampfsport ist ein Teil von mir", sagt Dacascos, ehemaliger Kung-Fu-Europameister und Träger des 4. Dan. "Meine Ausbildung hat mir sehr geholfen, mich auf meine Schauspielkarriere vorzubereiten, mental, spirituell und körperlich." Die Filmkarriere des 37-Jährigen, der in seiner Freizeit Gedichte schreibt, Schlagzeug spielt und mit seinem Surfbrett aufs Meer flüchtet, wenn er Abgeschiedenheit sucht, begann, als ihm auf den Straßen von San Franciscos Chinatown eine Rolle in Wayne Wangs "Dim Sum" (1984) angeboten wurde. Eine Reihe von B-Filmen folgte, darunter die erste Zusammenarbeit mit Christophe Gans: "Crying Freeman" war die gelungene Umsetzung eines japanischen Comic-Thrillers. Nachdem Brandon Lee, Sohn von Bruce Lee, bei Dreharbeiten gestorben war, übernahm Dacascos 1998 dessen Rolle in der TV-Serien-Version des Films "The Crow". Mit "Pakt der Wölfe" hat Dacascos endgültig bewiesen, dass es außerhalb Asiens keinen vergleichbar charismatischen Action-Darsteller gibt. Jörg Böckem