Film: Robin Wright Penn - DER SPIEGEL
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Film Robin Wright Penn

Sie ist hoch begabt, fanatisch und mit Sean Penn verheiratet. Aber ihre größte Rolle spielt sie zu Hause: als Mutter.
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Sie war 19, als sie dem Mann ihres Lebens begegnete. Damals war sie bereits verheiratet, mit dem Schauspieler Dane Witherspoon, als sie im Kino den Film "Die Zeit verrinnt ­ Die Navy ruft" sah. Sean Penn spielte mit, der gerade Madonna geheiratet hatte, und als sie ihn auf der Leinwand entdeckte, da dachte sie: "Ist der süß!" Gleichzeitig, erzählte sie Jahre später in einem Interview, hatte sie das seltsame Gefühl, dass sie irgendwann mit diesem Penn zusammen sein würde.

Die beiden begegneten sich am nächsten Abend. Robin Wright, 35, saß mit ihrem Mann in einem New Yorker Restaurant, als, morgens um drei, plötzlich Sean Penn mit einem Freund hereinkam. Witherspoon war gerade auf Toilette; Penn und Wright blickten einander an, vielleicht fünf Minuten lang. Penn fragte nach einer Zigarette, Wright reichte ihm eine. Das war's. Amerika war noch nicht reif für die Ehe Penn/Wright.

Als sie sich fünf Jahre später wiedersahen, erinnerte sich Sean Penn an ihre Ohrringe und die Farbe ihres Kleides. Wenig später wurde ihre Tochter Dylan Frances geboren, kurz darauf ihr Sohn Hopper Jack. 1996 heirateten die beiden ­ eine der fruchtbarsten, aufreibendsten Verbindungen, die Hollywood je gestiftet hat.

In Sean Penns neuem Film "Das Versprechen" (nach der Vorlage von Friedrich Dürrenmatt; Kinostart: 11.10.) spielt Robin Wright Penn eine Kellnerin, die Jack Nicholson ihre achtjährige Tochter anvertraut. Ein Film über einen Gewissenskonflikt ­ obwohl Nicholson das Mädchen liebt, benutzt er es als Köder für einen Mädchenmörder.

Wright Penn spielt eine Frau, die vom Leben gezeichnet ist: Narben, Zahnlücke, strähnige Haare, erloschene Augen; solche Wagnisse einzugehen, die weit jenseits der Hollywood-Norm liegen, gehört zu den Selbstverständlichkeiten der Ehe Penn/Wright. Wobei die beiden ohnehin nur Verachtung übrig haben für die Industrie, die beide nährt. Eine Rolle in "Basic Instinct" beispielsweise? "Prostitution" für Wright Penn. Oder "Ein unmoralisches Angebot"? "Was für ein Scheißfilm!", ruft sie, während Penn voller Verachtung den "spekulativen Hollywood-Mainstream-Mist" anprangert ­ ein streitbares Ehepaar, das die Kunst gegen die Zumutungen des Geschäfts verteidigt.

Seit der Geburt ihrer Kinder ist Wright Penn milder geworden. Nachdem sie mit den beiden Kleinen in Santa Monica beinahe gekidnappt worden wäre, zog das Paar von Los Angeles aufs Land. Und aus dem Film "Moll Flanders" ließ Wright Penn zwei Nacktszenen wieder rausschneiden. "Mir fällt jede Art von Intimität auf der Leinwand schwer", sagt sie. "Ich wollte mich einfach nicht mehr so auf der Leinwand sehen. Ich habe schließlich zwei Kinder."

Hauke Goos