Bester Hauptdarsteller Deutscher Franz Rogowski gewinnt renommierten US-Filmkritikerpreis
Franz Rogowski als Tomas Freiburg in »Passages«: Preiswürdige Rolle
Foto: Landmark Media / IMAGOÜberraschung zu Beginn der »Awards Season«: Der deutsche Schauspieler Franz Rogowski, 37, hat in den USA eine bedeutende Auszeichnung erhalten und damit seine Chancen im laufenden Trophäenwettbewerb ausgebaut.
Der New Yorker Filmkritiker-Verband NYFCC (New York Film Critics Circle) kürte Rogowski für seine Rolle in dem Beziehungsdrama »Passages« zum besten Hauptdarsteller. Die Gewinner in zwölf Filmkategorien wurden am Donnerstag bekannt gegeben.
Rogowski bei einer anderen Preisgala, den Gotham Awards: Drei seiner fünf direkten Vorgänger wurden für einen Oscar nominiert
Foto: Bryan Bedder / Variety / Getty ImagesIm vorigen Jahr holte Colin Farrell (»The Banshees of Inisherin«) diesen Preis und wurde später auch für einen Hauptdarsteller-Oscar nominiert. Die Trophäen des 1935 gegründeten Kritikerverbands NYFCC zählen mit zu den ersten der vielen Filmpreisverleihungen in den kommenden Monaten. Häufig sind die Gewinner auch unter den Kandidaten für die im März stattfindende Oscarverleihung.
Die NYFCC-Awards sind der älteste Filmkritikerpreis in den USA und entsprechend prestigereich. Rekordgewinner in der Kategorie für männliche Schauspieler sind Daniel Day-Lewis und Jack Nicholson mit je vier Auszeichnungen.
Film mit Sandra Hüller ausgezeichnet
Zum besten Film kürten die New Yorker Kritiker das Historiendrama »Killers of the Flower Moon« von Regisseur Martin Scorsese. Hauptdarstellerin Lily Gladstone gewann als beste Schauspielerin. Auch das Drama »Oppenheimer« holte zwei Auszeichnungen – für Regisseur Christopher Nolan und für die beste Kamera.
In der Sparte Internationaler Film siegte das französische Justizdrama »Anatomie eines Falls«. Die Deutsche Sandra Hüller, 45, (»Toni Erdmann«) spielt darin eine Schriftstellerin, die angeklagt ist, ihren Mann im gemeinsamen Haus umgebracht zu haben. Das Drama der französischen Regisseurin Justine Triet war der diesjährige Gewinnerfilm des Festivals von Cannes.
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Schauspielerpreisträger Franz Rogowski kam 1986 in Freiburg im Breisgau zur Welt, eine Tatsache, die womöglich in seinem Rollennamen Tomas Freiburg in »Passages« Niederschlag gefunden hat. In dem Film von Regisseur Ira Sachs ist Rogowskis Tomas ein deutscher Filmemacher, dessen Ehe mit einem Mann (Ben Whishaw) in die Krise gerät, nachdem Tomas mit einer Frau (Adèle Exarchopoulos) tanzt und dann Sex hat.
Die französische Produktion »Passages« hatte im Januar Premiere auf dem Sundance Festival und lief danach bei der Berlinale in der Sektion »Panorama«. Der Film war unter anderem für einen Teddy Award als bester Spielfilm nominiert.
Rogowski bei den Filmfestspielen in Venedig (für den Wettbewerbsfilm »Lubo«): Die Fliege sitzt schon mal
Foto: Stefania D'Alessandro / WireImage / Getty ImagesFranz Rogowski wurde mit seiner Rolle in Sebastian Schippers Spielfilm »Victoria« 2015 einem größeren Publikum bekannt. Er spielte seither in Filmen von Christian Petzold (»Transit«, »Undine«), Michael Haneke (»Happy End«) und Terrence Malick (»Ein verborgenes Leben«).
Für seine Hauptrolle in Thomas Stubers Literaturverfilmung »In den Gängen« erhielt Rogowski 2018 den Deutschen Filmpreis. 2022 wurde er mit dem Deutschen Schauspielerpreis ausgezeichnet für seine Darstellung eines homosexuellen Mannes, der dafür mehrfach ins Gefängnis muss, in Sebastian Meises »Große Freiheit«.