George Nader: Jerry Cotton ist tot - DER SPIEGEL
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George Nader Jerry Cotton ist tot

Der amerikanische Schauspieler George Nader ist im Alter von 80 Jahren gestorben. Seine größten Erfolge feierte Nader in Deutschland als filmische Personifikation des Romanhelden Jerry Cotton. In seiner Heimat blieb ihm der Durchbruch zum Star verwehrt.
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Woodland Hills - George Nader starb am Montag in Woodland Hills bei Los Angeles. Das bestätigte eine Sprecherin des Pflegeheimes Motion Picture Home, in dem der 80-jährige Nader erst seit gut zwei Monaten lebte. Als Todesursache wurden Herzschwäche und Lungenentzündung genannt. Der im kalifornischen Pasadena geborene Nader wirkte zwar in mehr als 50 Spielfilmen und US-Serien mit, bekannt wurde er aber vor allem mit einer Rolle: Jerry Cotton.

Er spielte den FBI-Agenten in deutschen Filmen so überzeugend, dass er oft mit ihm gleichgesetzt wurde. Unter eingefleischten Cotton-Fans genießen die zwischen 1965 und 1968 gedrehten Filme mit Nader heute Kultstatus. Allerdings blieb diese Begeisterung auf Deutschland beschränkt. Anders als sein bester Freund Rock Hudson schaffte Nader es nie, einer der ganz großen Stars in Hollywood zu werden.

Begonnen hatte die Karriere von George Nader Anfang der fünfziger Jahre in Hollywood. Mit dem Science-Fiction-Film "Robot Monster" von 1953, in dem Regisseur Phil Tucker mit 3-D-Technik experimentierte, erlangte er erste Bekanntheit. Anschließend spielte er in zahlreichen Spielfilmen meist die Rolle des gut aussehenden Draufgängers, so auch an der Seite von Tony Curtis 1955 in "Seine letzte Chance". Im gleichen Jahr gewann er einen Golden Globe als "Viel versprechender Filmneuling". Zuletzt war Nader 1973 in dem Science-Fiction-Streifen "Beyond Atlantis" auf der Leinwand zu sehen.

Ein Autounfall, von dem er ein ständiges Augenleiden davontrug, zwang Nader Mitte der siebziger Jahre die Schauspielerei aufzugeben. Seine Augen konnten das grelle Filmlicht nicht mehr ertragen. Er wechselte den Beruf und begann Bücher zu schreiben. 1978 veröffentlichte er den Science-Fiction-Roman "Chrome".

Hollywood-Insider führen Naders weitgehende Erfolglosigkeit in Amerika unter anderem auf sein früh vollzogenes Coming-out als Homosexueller zurück. Jahrzehntelang lebte der Schauspieler mit seinem Lebensgefährten Mark Miller zunächst in Kalifornien, dann auf der Hawaii-Insel Maui zusammen. Filmstar Rock Hudson, der 1985 an Aids starb, soll seinem Freund ein großes Vermögen hinterlassen haben. Die letzten Jahren verbrachte George Nader zurückgezogen im kalifornischen Palm Springs in Kalifornien. Nur selten hatte er noch öffentliche Auftritte wie im April 2000 bei einer Jerry-Cotton-Retrospektive in Titisee-Neustadt im Schwarzwald.