Golden Globes Kommentar: Serienstars begeistern - DER SPIEGEL
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Golden Globes 2014: "Ich hab's geschafft, mit Bono rumzumachen!"

Foto: AP /NBC

Golden-Globes-Nachlese Hollywood-Stars sind auch nur "Breaking Bad"-Fans

Die Golden Globes zeigen an, wer bei den Oscars abräumt? Selten war dieser Satz so falsch wie in diesem Jahr. Die Jury verteilte die Preise auf zu viele Filme, es fehlte der eine große Favorit - und vor allem liefen die Helden der gefeierten US-TV-Serien den Filmstars den Rang ab.
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Als Co-Moderatorin Tina Fey am Ende die Gala mit den Worten "Es war das wunderbare Chaos, auf das wir gehofft hatten" zusammenfasste, hatte sie damit zu mindestens 50 Prozent recht. Ein Chaos war die Golden-Globes-Verleihung in jedem Fall. Aber auch wunderbar? Nun ja.

Eigentlich enttäuschten die Golden Globes in ihrem 71. Jahr: die Erwartungen an die Moderatorinnen Tina Fey und Amy Poehler, wieder eine so unglaublich lustige Show wie im vergangenen Jahr zu bieten - und die Erwartungen, vorweg irgendwas über die Oscars auszusagen.

Letzteres lag nicht nur daran, dass die Globes im Filmbereich zwischen Drama und Komödie/Musical unterscheiden, so dass immer gleich doppelt so viele Filme und Darsteller auf eine Nominierung kommen. Ein Umstand, den die Preisverleiher von der Hollywood Foreign Press Association in diesem Jahr beherzt ausnutzten und die Preise so breit gestreut verteilten, dass kein einziger Film mehr als drei Trophäen einfahren und sich als Favorit für die am kommenden Donnerstag anstehenden Oscar-Nominierungen empfehlen konnte.

Trotz seiner zwei Darstellerpreise sowie der Auszeichnung als beste Komödie dürfte "American Hustle" seinen Triumph bei den Oscars höchstens in der Kategorie beste Nebendarstellerin wiederholen: Jennifer Lawrence gewann so überzeugend und von so wenig Branchenneid begleitet, dass sie schon als die neue Meryl Streep gilt.

Mit Robert Redford auf der Fernsehcouch

Auch "Dallas Buyers Club" darf sich nach Sonntagabend wohl auf einen weiteren Preis für Jared Leto bereit machen. Ob Matthew McConaughey sich noch mal unter den Hauptdarstellern durchsetzen kann, ist fraglich. Die US-Filmbranche war im Vergleich zu den Repräsentanten der Auslandspresse, die ja die Globes vergeben, deutlich stärker von "12 Years a Slave" beeindruckt. Anfang März könnte Steve McQueens epochales Sklaverei-Drama deshalb ebenfalls wieder mit dem Hauptpreis als bester Film den Abend beschließen. Mindestens ein Darstellerpreis, womöglich für Chiwetel Ejiofor in der Hauptrolle, sollte auch drin sein.

Doch eigentlich waren gerade die Darstellerkategorien im Bereich Film im Vergleich zum Fernsehen langweilig und unemotional - und das nicht nur, weil sich Favoritinnen wie Lawrence oder Cate Blanchett durchsetzten. Auch bei den TV-Serien wurden mit Bryan Cranston und Amy Poehler zwei Publikums- und Kritikerlieblinge ausgezeichnet. Die Gäste des Globe-Gala-Dinners feierten die beiden aber mit einer Vehemenz, als hätten sich die abseitigsten Underdogs an die Spitze gekämpft. Generell schienen die versammelten Stars, ähnlich wahrscheinlich wie das Publikum zu Hause, sich mehr den Serien verbunden zu fühlen - und bejubelten den Sieg von "Breaking Bad" als bestes Drama auch als Triumph des eigenen guten Geschmacks.

So gesehen standen auch die Golden Globes für die Machtverschiebung, die sich in der US-Unterhaltungsbranche in den vergangenen vier, fünf Jahren vollzogen hat. Fernsehen macht Film nicht nur den Rang als innovativstes Medium streitig, die narrative Dichte und Dauer der neuen Qualitätsserien bindet die Menschen auch emotional stärker - was auch für die Hollywood-Stars zu gelten scheint. Man stelle sich nur vor: Meryl Streep beim binge viewing mit "Orange is The New Black" oder Robert Redford, wie er sich vorm "Breaking Bad"-Finale noch ein Glas Rotwein einschenkt und dann in der Fernsehcouch versinkt.

Ach, vielleicht waren sie doch ein wunderbares Chaos, diese 71. Golden Globes.

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