Hollywood: Schauspieler Mel Ferrer gestorben - DER SPIEGEL
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Hollywood Schauspieler Mel Ferrer gestorben

Ein großer Star wurde er nie, aber seine markanten Nebenrollen bleiben unvergessen: In den fünfziger Jahren war Mel Ferrer der beliebteste Melancholiker Hollywoods. Jetzt ist der Schauspieler und Regisseur im Alter von 90 Jahren gestorben.
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Los Angeles - Er stand unter anderem neben Marlene Dietrich ("Engel der Gejagten") und Audrey Hepburn ("Krieg und Frieden", "Warte bis es dunkel ist") vor der Kamera, aber zum "Leading Man" hat es Mel Ferrer in seiner langen Karriere nur selten geschafft. Stets war er der melancholische Lover, der die Geliebte am Ende doch an den kernigen Helden verliert. Gerne besetzte Hollywood den zart wirkenden Sohn eines berühmten kubanischen Chirurgen und einer New Yorker Gesellschaftsdame als Charmeur ohne Chancen. Fünfziger-Jahre-Machos wie Tyrone Power, Stewart Granger oder Arthur Kennedy waren es, die ihm auf der Leinwand die Schau stahlen.

Dennoch gelangen dem 1917 als Melchor Gaston Ferrer geborenen Kinderbuchautor und Princeton-Absolventen denkwürdige Auftritte, unsterblich machte ihn seine Rolle als verträumter Puppenspieler Paul Berthalet in "Lili" (1953) an der Seite Leslie Carons. Großen Zuspruch erntete Ferrer auch für seinen Auftritt als galanter Degenfechter in "Scaramouche" (1952), als Western-Schlitzohr in "Engel der Gejagten" (1952) und 1956 als Prinz Andrej in der US-Verfilmung von Tolstois "Krieg und Frieden".

Unproportional viel Aufmerksamkeit abseits seines Talents als Schauspieler bekam Ferrer, als er 1954 eine der Traumfrauen Hollywoods heiratete: Audrey Hepburn, mit der er bis 1968 zusammen blieb und einen Sohn zeugte. Kurz vor der Trennung produzierte Ferrer für seine Noch-Gattin das Psycho-Drama "Warte, bis es dunkel ist", wofür die Hollywood-Veteranin noch einmal eine Oscar-Nominierung bekam.

Ferrer, der sein Broadway-Debüt mit 23 Jahren hatte, schwankte stets zwischen Schauspielerei und Regie. Seit er 1947 bei John Fords Western "The Fugitive" Regieassistent sein durfte, ließ ihn die Leidenschaft fürs Inszenieren nicht mehr los. 1959 drehte er mit Ehefrau Hepburn das visuell opulente Venezuela-Drama "Green Mansions" ("Tropenglut"), einen der ersten im breitwandigen Panavision-Format gedrehten Hollywood-Filme.

Im Alter von 90 Jahren ist Ferrer am Montag im Kreis seiner Familie im kalifornischen Santa Barbara verstorben, teilte sein Sohn Mark Ferrer der dpa mit. Der fünffach verheiratete Vater von fünf Kindern sei an den Folgen einer Darmerkrankung und Lungenentzündung gestorben, hieß es. Zuletzt war Ferrer 1995 in der deutschen TV-Produktion "Katharina die Große" zu sehen. An der Seite von Stars wie Catherine Zeta-Jones spielte er den greisen russischen Patriarchen. Ferrer, seit Jahren eher dem europäischen als dem amerikanischen Kino zugewandt, lebte in den neunziger Jahren im schweizerischen Lausanne, hatte sich aber zuletzt auf eine Farm in Kalifornien zurückgezogen.

bor