Interview mit Mena Suvari "Hauptsache, ich bin glücklich"
SPIEGEL ONLINE:
Frau Suvari, Sie arbeiten in einer Industrie, die unterhaltsame Illusionen schafft. Hat der 11. September etwas in der Einstellung zu Ihrem Job verändert?
Mena Suvari: Diese Ereignisse hinterließen natürlich emotional ihre Wirkung. Aber auf meine Karriere haben sie keinen Einfluss. Ich muss mit meinem Leben weiter machen und mich auf die Rollen konzentrieren, die ich spielen will.
SPIEGEL ONLINE: Bis jetzt kennt man Sie vornehmlich als Highschool- oder College-Schönheit. Haben Sie keine Angst, auf einen Typ festgelegt zu werden?
Suvari: Da mache ich mir keine Sorgen. Vor kurzem habe ich in einer kleinen Produktion eine Drogenabhängige gespielt mit dreckigen Haaren, roten Augen und zerrissener Kleidung.
SPIEGEL ONLINE: Warum sind Sie dann wieder als Heather in "American Pie 2" angetreten?
Suvari: Ich war vertraglich dazu verpflichtet.
SPIEGEL ONLINE: Sie konnten also gar nicht anders?
Suvari: Wenn ich es wirklich gewollt hätte, wäre ich natürlich aus dem Vertrag herausgekommen. Aber warum? Es hat beim ersten Teil Spaß gemacht, mit dem ganzen Team zu arbeiten. Da musste ich nicht lange überlegen.
SPIEGEL ONLINE: Ihren Durchbruch 1999 verdankten Sie aber weniger der Teenie-Komödie "American Pie" als dem hochgelobten Drama "American Beauty" Mit welchem der beiden Filme können Sie sich eher identifizieren?
Suvari: Man kann sie überhaupt nicht vergleichen. Natürlich war die Rolle in "American Beauty" tiefer. Wir hatten lange Proben. Und ich denke, ich musste härter arbeiten.
SPIEGEL ONLINE: Mit diesem Doppelschlag kam die plötzliche Berühmtheit. Das Ziel Ihrer Träume?
Suvari: Ich bin nicht ins Showgeschäft gegangen, um berühmt zu werden. Das alles war eine riesige Überraschung, die ich immer noch nicht ganz verstehe. Ich habe einfach versucht, daraus zu lernen.
SPIEGEL ONLINE: Was haben Sie gelernt?
Suvari: Du kannst dem Medienrummel nicht entgehen. Also genieße ihn, solange es ihn gibt.
SPIEGEL ONLINE: Befürchten Sie, dass es ihn eines Tages nicht mehr geben könnte?
Suvari: Nein. Ich lasse die Dinge einfach auf mich zurollen und nehme es, wie's kommt. Hauptsache, ich bin glücklich.