Kino-Flaute: Harry wird's schon richten - DER SPIEGEL
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Kino-Flaute Harry wird's schon richten

Nach dem Rekordjahr 2001 klagt die deutsche Kinobranche über mangelnde Umsätze im laufenden Jahr. Alle Hoffnungen lasten nun auf den "großen Drei": Harry Potter, Der Herr der Ringe und James Bond sollen die Kinosäle zum Jahresende noch einmal richtig auslasten.
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Berlin - Der Kinoboom des letzten Jahres ist vorbei. Das dritte Quartal des Jahres 2002 habe den Kinounternehmen, die bisher gegen alle Wirtschaftstrends zugelegt hatten, eine Konjunktur-Delle beschert, teilte die Filmförderungsanstalt FFA am Dienstag in Berlin mit. Nachdem im ersten Halbjahr das hohe Vorjahres-Niveau noch gesteigert werden konnte, kamen bis zum 30. September gegenüber dem Vorjahr 10,6 Millionen Kinofans weniger in die Filmtheater - etwa acht Prozent. Doch es gibt eine letzte Chance, das Jahresergebnis doch noch zu retten: Die Publikumsmagneten "Harry Potter und die Kammer des Schreckens (Start: 14. November), "James Bond: Stirb an einem anderen Tag" (28. November) und "Der Herr der Ringe: Die zwei Türme (18. Dezember) sollen noch einmal massenweise Zuschauer in die Kinosäle locken und für volle Kassen sorgen. Ein Plan, der aufgehen dürfte.

Als Grund für den allgemeinen Besuchereinbruch nannte die FFA weniger Filmpremieren, die Sonne im August und September sowie die Flutkatastrophe. Bis zum Juli sei die positive Tendenz stabil geblieben. Kein Wunder, liefen doch im Juni mit "Spider-Man" und "Star Wars: Episode II" gleich zwei Hollywood-Blockbuster an. Das Plus der ersten sechs Monaten schmolz jedoch schnell dahin, denn der Spätsommer und Herbst war von kleineren Filmen oder schnelllebigen Hollywood-Komödien und -Actionfilmen dominiert. Der bundesweite Besucher-Rückgang betrug im August 36 Prozent und im September 30 Prozent. Das Defizit falle deshalb so hoch aus, weil in der Vergleichs-Statistik von 2001 der August mit 17,5 Millionen Kinobesuchern der stärkste Sommer-Monat der vergangenen zehn Jahre gewesen sei.

Noch ein Grund für den Umsatzeinbruch: Besonders dem deutschen Film fehlten in diesem Jahr die Hits. Einen vergleichbaren Publikumserfolg wie "Der Schuh des Manitu" hat es nicht gegeben. Der Marktanteil deutscher Filme sank deshalb von 17,9 auf 12,4 Prozent, die Besucherzahl von 21,4 auf 14 Millionen. Zu "Nirgendwo in Afrika", der schon in der ersten Jahreshälfte die Besuchergrenze von einer Million übertraf, kam mit "Knallharte Jungs" nur ein weiterer deutscher "Besuchermillionär" hinzu.