Neue DVDs im Januar Junge Wilde und Beziehungsdramen
MUSIK
Electronic: "Get the Message" (EMI)
Es ist auch schon wieder fast 20 Jahre her, dass zwei junge Helden des britischen Gitarren-Pop sich zur Hobby-Band verabredeten. Die kaum gesehenen Videos für Halbhits wie "Getting Away with It", die Bernard Sumner (New Order) und Johnny Marr (The Smiths) damals anfertigen ließen, gibt es nun auf einer limitierten DVD-Hit-Sammlung zu entdecken.
Van Morrison: "Live at Montreux" (Eagle Vision)
Die erste abgesegnete DVD des grantligsten aller Pop-Heiligen ist ein himmlisches Vergnügen. Der irische Soulman ist hier zum einen 1980 mit großer Begleitung und Evergreens wie "Moondance" zu sehen und zum anderen - noch viel besser - 1974 mit kleiner Band, lustigem Siebziger-Jahre-Oberhemd und wenig gehörten Nummern wie "Bulbs" oder "Heathrow Shuffle".
David Bowie: "Under Review" (Chrome Dreams)
In dieser Dokumentation wird Bowies meisterhafte sogenannte Berlin-Trilogie, also die Alben "Low", "Heroes" und "Lodger", unter die Lupe genommen. Versammelt sind darauf durchaus radikale Electro-Songs, die Bowie mit Brian Eno Ende der siebziger Jahre einspielte. Zu interessanten Plaudereien von Journalisten und Musikern wie Michael Rother von Neu wurden faszinierende Auftrittsschnipsel des Meisters geschnitten.
Elvis Presley: "The Ed Sullivan Shows" (Sony BMG)
Ein junger Wilder aus Memphis, Tennessee, versetzte Amerika 1956 in helle Aufregung. Seine Auftritte in jenem Jahr in der TV-Show von Ed Sullivan sind legendär. Etwas unsicher, aber vor wilder Energie bebend, führte er da Songs wie "Hound Dog" oder "Don't Be Cruel" auf. Diese Sternstunden wurden nun restauriert und sind mit feinem Bonus-Material wie seltenen Home Movies und Greil-Marcus-Kommentaren als 3-DVD-Set zu bestaunen.
FILM
Hard Candy
Eine 14-Jährige trifft sich mit einem 32-Jährigen, den sie über das Internet kennengelernt hat, doch sie hat nicht vor, dem mutmaßlichen Pädophilen zum Opfer zu fallen. Sie setzt ihn unter Drogen und beginnt ein grausames, sadistisches Spiel. David Slades packendes Filmdebüt wandelt an der Grenze zwischen Psychothriller und Folterhorror und ist nur etwas für extrem Nervenstarke.
The Killing Fields
Roland Joffés Oscar-gekröntes Porträt der Freundschaft zwischen einem amerikanischen Journalisten und seinem kambodschanischen Übersetzer während und nach der Machtübernahme durch die Roten Khmer in Kambodscha wirkt heute noch genauso eindrucksvoll wie 1984. Ein unsentimentaler, bewegender Blick auf die Schrecken des Krieges, frei von den üblichen Hollywood-Klischees.
New York - Eine Filmdokumentation
Über fünf DVDs streckt sich Ric Burns dokumentarische Liebeserklärung an seine Heimatstadt - das lässt viel Zeit, den Zuschauer mit einer unbändigen Fülle an Information über Geschichte und Geist von New York City zu überschütten. Exzellent recherchiert und liebevoll zusammengesetzt, entspinnt sich ein faszinierender Kurs in Stadtgeschichte, der jeden New-York-Fan zum Schwärmen bringen sollte.
FAQs
In dem ambitionierten, technisch leicht wackeligen Konzeptfilm von Everett Lewis trotzt eine kleine Gruppe junger Schwuler (und immerhin einer Lesbe) unter Schirmherrschaft der Drag Queen Destiny schwulenfeindlichen Übergriffen und dem heterosexuellen Mainstream an sich. Trotz der eher pessimistischen Feststellung, dass man sich als Schwuler keine Hoffnung auf Akzeptanz machen sollte, wird daraus ein zunehmend charmanter, liebe- und humorvoller Film.