Oliver Stone: Neue Mission in Afrika - DER SPIEGEL
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Oliver Stone Neue Mission in Afrika

Der US-Regisseur Oliver Stone kehrt zu kontroversen Themen zurück. Sein geplanter neuer Film "Beyond Borders" wird die Geschichte zweier Flüchtlingshelfer in Afrika erzählen. Die Hauptrollen besetzte er mit Kevin Costner und Angelina Jolie.
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Nairobi - Wieder einmal wird Oliver Stone seinem Ruf als Perfektionist gerecht: Aus Sorge, das Drehbuch für seinen neuen Film könne nicht wahrheitsgetreu genug sein, ist der US-Regisseur ("Natural Born Killers") zu einer Tour durch die Flüchtlingslager der Welt aufgebrochen. Er befragte Betroffene in Kenia, Sudan, Äthiopien und im Kosovo und notierte sich ihre Erfahrungen gewissenhaft auf Papierschnipseln. Der Film mit dem Titel "Beyond Borders'' soll mit Kevin Costner und Angelina Jolie in den Hauptrollen über einen Zeitraum von zehn Jahren die Liebesgeschichte zweier Flüchtlingshelfer erzählen.

Für Stone sind die Recherchen in den kenianischen Lagern Kakuma und Dadaab selbstverständliche Pflicht und interessant zugleich. "Die Nachforschungen vor Ort gehören für mich zu den aufregendsten Dingen beim Filmemachen'', sagte der 53-Jährige Anfang dieser Woche in Nairobi. "In fünf Monaten werde ich viel mehr als wissen als heute.'' Ein Großteil des Films solle in Kenia gedreht werden, verrät er, das seit Sydney Pollacks "Jenseits von Afrika'' in den achtziger Jahren nicht mehr Schauplatz einer größeren Produktion war. Das Drehbuch ist das Debüt des britischen Autors Caspian Treadwell-Owen, der eineinhalb Jahre daran arbeitete.

Stone und Costner, der in "Beyond Borders'' einen Arzt spielen wird, arbeiteten bereits 1991 gemeinsam an dem Polit-Thriller "JFK''. Für die weibliche Hauptrolle in dem neuen Film, eine junge Entwicklungshelferin, war ursprünglich die Britin Catherine Zeta-Jones vorgesehen, die dann jedoch wegen ihrer Schwangerschaft ausfiel. Als nächstes machte Stone Meg Ryan ein Angebot, doch letztlich fiel die Wahl auf Jolie, die für ihre Nebenrolle in "Durchgeknallt'' in diesem Jahr mit dem Oscar ausgezeichnet wurde.

Nach dem Thriller "U-Turn - Kein Weg zurück'' und dem Football-Drama "An jedem verdammten Sonntag'' verbindet Stone mit seinem neuen Projekt wieder ein politisches Anliegen. Hauptziel von "Beyond Borders'' sei, Jugendliche auf das Flüchtlingsproblem aufmerksam zu machen. "Ich finde, junge Menschen sollten darüber Bescheid wissen und sich engagieren, anstatt immer nur Fantasy-Filme zu sehen.''