Oscar-Preisträger John Schlesinger gestorben
London - Als Schlesingers bedeutendster Film gilt "Asphalt-Cowboy", der drei Oscars bekam, unter anderem für den besten Film und die beste Regie. Der Film schildert bewegend die Freundschaft zweier Verlierer der amerikanischen Gesellschaft; Dustin Hoffmann gelang damit 1969 der endgültige Durchbruch. Die Filme "Darling", "Billy Liar" und "Sunday Bloody Sunday" wurden ebenfalls für den Oscar nominiert.
Schlesinger wurde 1926 in London geboren. Er galt als ein Meister der Beobachtung. Seit der Schulzeit hatte er die Kamera praktisch nicht mehr aus der Hand gelegt. Sogar Zigaretten- und Margarinewerbung, ein Propagandafilm für Israel und ein Wahl-Spot für den ehemaligen britischen Premierminister John Major zählen zu seinem Oeuvre. Denn Schlesinger gab, wie er selbst beklagte, "viel zu viel Geld aus". Und da könne man eben nicht nur Preisverdächtiges produzieren.
An Preisen hatte er gleichwohl so ziemlich alles im Wohnzimmerschrank, was es zu gewinnen gibt - vom Goldenen Löwen für den besten Dokumentarfilm bei den Filmfestspielen in Venedig (1961) bis zum Goldenen Bären der Berliner Filmfestspiele für seinen ersten Spielfilm "Ein Hauch von Glückseligkeit" (1962). Mit "Asphalt Cowboy" etablierte sich Schlesinger auch in Hollywood.
Zu seinem unverwechselbaren Stil gehörte der Verzicht auf ein Happy End: Glückseligkeit ist "nicht meine Sicht der Welt", pflegte er zu sagen.