Deutscher Kandidat Kein Auslands-Oscar für "Systemsprenger"
Für ihre schauspielerische Leistung in "Systemsprenger" wurde Helena Zengel viel gelobt
Foto: Yunus Roy Imer/ Port au Prince Pictures/ DPAFür den Film "Systemsprenger" der deutschen Regisseurin Nora Fingscheidt wird es keine Oscar-Auszeichnung geben: Der deutsche Beitrag blieb im Rennen um den sogenannten Auslands-Oscar schon bei der Vorauswahl auf der Strecke. Nach Mitteilung der Film-Akademie in Los Angeles vom Montag gelangten 10 von 91 Ländern mit ihren Einsendungen in die nächste Runde - darunter Südkorea ("Parasite"), Frankreich ("Les Misérables"), Spanien ("Leid und Herrlichkeit") und Nordmazedonien ("Land des Honigs").
In dem Wettbewerb um die Trophäe in der Sparte "International Feature Film" hatten Akademie-Mitglieder die Vorauswahl getroffen. Am Ende werden fünf Kandidaten bestimmt. Die Oscar-Nominierungen in allen Sparten werden am 13. Januar verkündet. Die Preisvergabe soll dann am 9. Februar über die Bühne gehen.
Der Film "Systemsprenger" mit Hauptdarstellerin Helena Zengel erzählt von einem schwer erziehbaren Mädchen, mit dem Familie und Sozialsystem überfordert sind. Auf der Berlinale hat er in diesem Jahr den Silbernen Bären gewonnen, dann wurde er im August von German Films, der Auslandsvertretung des deutschen Films, als Oscar-Kandidat ausgewählt.
Zuletzt hatte Deutschland Florian Henckel von Donnersmarck mit "Werk ohne Autor" ins Oscar-Rennen geschickt. Der Film schaffte es auf eine Shortlist von neun Kandidaten und in die Endrunde von fünf Filmen, ging bei der Gala im vorigen Februar dann aber leer aus. Gewinner war der mexikanische Beitrag "Roma" von Regisseur Alfonso Cuarón.
Pech auch für Thomas Heise
Pech in der Vorrunde für die Oscar-Verleihung 2020 hatte auch der Berliner Dokumentarfilmer Thomas Heise mit seinem Film "Heimat ist ein Raum aus Zeit". Er war einer von 159 Bewerbern für einen Doku-Oscar, schaffte es aber nicht auf die Shortlist von 15 Kandidaten. Heise hatte im Juni den Deutschen Dokumentarfilmpreis gewonnen. In "Heimat ist ein Raum aus Zeit" zeichnet er die Geschichte seiner Familie über vier Generationen zwischen Wien, Dresden und (Ost-)Berlin nach.