Paul Verhoeven Mörderinnen und Suffragetten
Nachdem "Instinct"-Produzent Mario Kassar, ein alter Freund, vorsichtig bei ihm anklopfte, traf sich Verhoeven, 62, mit Sharon Stone, "um herauszufinden, ob wir Freunde oder Feinde sind". Die Aktrice hatte sich publikumswirksam entrüstet, Verhoeven hätte den berühmt-berüchtigten "Beaver Shot" ohne ihr Wissen drehen lassen. Dadurch war das Verhältnis zu ihrem Regisseur erst mal vergiftet worden. Doch "unser Wiedersehen verlief sehr gut", sagt Verhoeven und will sich jetzt überlegen, bei der von Stone unlängst angekündigten Fortsetzung des Erotik-Thrillers Regie zu führen. Allerdings ist es drei Jahre her, dass er das Drehbuch zur Fortsetzung las. Jetzt wird er erst mal die aktuelle Skriptfassung studieren und sich mit dem Autor treffen. Einen Monat gibt er sich für die endgültige Entscheidung. "Auf jeden Fall bin ich aufgeschlossen."
Neben der Pickelkillerin Catherine Tramell aus "Basic Instinct" interessiert ihn noch ein anderes Frauenschicksal: Für Tom Cruise, der diesmal als Produzent fungiert, bereitet er eine Filmbiographie der berühmten Suffragettenführerin Victoria Woodhull vor, die 1872 als erste Frau für die amerikanische Präsidentschaft kandidierte. Seine (und Cruises) Wunschbesetzung: natürlich Nicole Kidman. Ein beschauliches Historiendrama braucht trotz ungewöhnlicher Thematik wohl niemand von Verhoeven zu erwarten: Der Regisseur von "Robocop", "Showgirls" oder "Starship Troopers" gibt schnell zu bedenken, dass die Ikone der Frauenbewegung immerhin kurzzeitig als Prostituierte gearbeitet hätte und außerdem auch in einen Ehebruch-Skandal mit einem damals prominenten Kirchenführer verwickelt gewesen sei.