"Pearl Harbor": Premiere unter Palmen - DER SPIEGEL
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"Pearl Harbor" Premiere unter Palmen

Pomp, Pathos, Patriotismus: Der Disney-Konzern feierte die Premiere seines Kriegs- und Action-Spektakels "Pearl Harbor" mit 2000 Gästen an historischer Stätte in einem Freilichtkino auf dem Flugzeugträger "John C. Stennis".
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Pearl Harbor/USA - Unter den geladenen Gästen waren am Montag auch hochrangige US-Offiziere und Überlebende des japanischen Angriffs vom 7. Dezember 1941. Damals wurden 2400 US-Soldaten getötet. Der Angriff war der Auslöser für den Eintritt der USA in den Zweiten Weltkrieg.

In dem Film gehe es aber gar nicht so sehr um die USA und Japan, sagte Schauspieler Ben Affleck. Er zeige eher, welch schrecklicher Preis für einen Krieg gezahlt werden müsse. Auch Produzent Jerry Bruckheimer ("Armageddon", "The Rock") ließ durchblicken, dass es bei seinem Kriegsdrama weniger um historische Fakten oder künstlerische Betrachtungen gehe, als vielmehr um krachende Unterhaltung und die Hätschelung des amerikanischen Gemüts. "Ich hoffe, die Veteranen sind stolz, wenn sie den Film ihren Kindern und Enkeln zeigen", sagte Bruckheimer vor der Premiere.

Disney ließ sich die Präsentation seines knapp dreistündigen Action-Spektakels mit Feuerwerk, einer Open-Air-Aufführung und aufwändigen Soundeffekten rund fünf Millionen Dollar (elf Millionen Mark) kosten.

"Pearl Harbor" betrachtet die historischen Ereignisse entlang der Schicksale zweier amerikanischer Piloten - gespielt von Affleck und Josh Hartnett -, die sich beide in die Krankenschwester Evelyn (Kate Beckinsale) verlieben. Der pompöse und streckenweise übermäßig pathetische Film, dessen Produktion 140 Millionen Dollar (313 Millionen Mark) gekostet hat, läuft am Freitag in den amerikanischen Kinos an. Die Action-Spezialisten Bruckheimer und Michael Bay (Regie) stellen in "Pearl Harbor" einmal mehr die beeindruckenden technischen Möglichkeiten Hollywoods unter Beweis und sparten nicht an digitalen Explosionen und effektvoller Pyrotechnik.

Mitte Juli soll "Pearl Harbor" auch in Japan anlaufen. Die Verleiher gehen davon aus, dass er trotz des heiklen Themas auch dort ein Erfolg wird. Der Film mache keine politische oder soziale Aussage, erklärt Yoko Kishi von der Disney-Vertretung Buena Vista International Japan. "Es ist Unterhaltung, eine Liebesgeschichte."

In den USA hingegen regt sich bereits erster Protest gegen das holzschnittartige Action-Vehikel. Floyd Mori, Präsident der größten asiatisch-amerikanischen Zivilrechtsbewegung JACL (Japanese American Citizens League), warnte am Montag vor einer Stereotypisierung asiatischer Amerikaner. "Die meisten Amerikaner haben Schwierigkeiten, zwischen asiatischen Amerikanern und Angehörigen asiatischer Staaten zu unterscheiden.", sagte Mori. Filme wie "Pearl Harbor" trügen seiner Meinung nach dazu bei, die ohnehin vorhandenen Ressentiments gegen Asiaten in Amerika zu verstärken.

Der Deutschland-Start des Action-Streifens ist für den 7. Juni geplant.