Pierce Brosnan: Bond bleibt Bond - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Pierce Brosnan Bond bleibt Bond

Pierce Brosnan hat zugesagt, noch mindestens einmal den berühmten Geheimagenten James Bond zu verkörpern. Die Dreharbeiten zum noch namenlosen 20. 007-Abenteuer starten in wenigen Tagen. Das Action-Spektakel soll im November des Jahres zum 40. Jubiläum der Filmreihe in die Kinos kommen.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

London - James Bond feiert doppeltes Jubiläum: Am Montag (14.Januar) beginnen in den Pinewood-Studios vor den Toren Londons die Dreharbeiten zum 20. Bond-Abenteuer, genau 40 Jahre nach dem Start der Thrillerserie mit "Dr. No" im Jahre 1962. Der Titel des neuen Films ist noch "top secret", hieß es auf einer Pressekonferenz am Freitag in London. "Bond XX" heißt er vorläufig - wiewohl im Internet bereits diverse Arbeitstitel wie "Beyond The Ice" kursieren.

Pierce Brosnan, aktueller Bond-Darsteller und seit dem "Ur-Bond" Sean Connery der fünfte Geheimagent Seiner Majestät, pflegte vor der Presse das coole Image: Mit zwei attraktiven Frauen im Arm posierte er vor dem 260.000 Euro teuren Aston Martin V 12 Vanquish und verzog keine Miene. Ob Bond im 21. Jahrhundert noch ein Macho sein dürfe, wollte ein Journalist wissen. "Nein, Bond soll sich nicht ändern. Nur seine Abenteuer sollen sich den modernen Zeiten anpassen", erwiderte Brosnan.

"Ich habe mit meinem Blut unterschreiben müssen, dass ich nichts über meine Rolle als Bond-Girl verrate", entschuldigte sich Halle Berry ("Swordfish") für die Geheimniskrämerei. Die 33-jährige Hollywood-Schönheit spielt das Bond-Girl "Jinx" und hilft dem Meisterspion, einen Verräter zu enttarnen. "Ich bin sehr stolz auf meine Rolle. Denn ich bin mit den Bond-Filmen aufgewachsen. Jetzt bin ich selbst ein Teil davon", schwärmte die US-Schauspielerin.

Brosnan selbst hatte sich bei den Produzenten für sie eingesetzt: "Schreibt mir gute Dialoge ins Drehbuch und besorgt mir Halle Berry als Bond-Girl. Sonst hatte ich keine Wünsche." Dabei lächelt er smart, perfekt gekleidet im dunkelblauen Maßanzug, es ist ja schon sein vierter Bond-Streifen. "Einen weiteren würde ich gerne noch machen, wenn ich dafür nicht zu alt bin. Die Rolle erfordert Stehvermögen, und ich möchte in Würde abtreten", sagte der 48-Jährige und fügte hinzu: "Was danach kommt, weiß ich nicht."

Sein neues Abenteuer beginnt mit einer spektakulären Verfolgungsjagd auf einem Luftkissenboot in einer entmilitarisierten Zone zwischen Nord- und Südkorea. Die Suche nach dem Bösewicht Gustav Graves, gespielt vom Briten Toby Stephens, führt Bond über Hongkong und Kuba nach London. Sein Auftrag im Dienste Ihrer Königlichen Majestät: Er muss einen unbekannten Verräter enttarnen und einen Krieg mit "katastrophalen Folgen" verhindern.

Das klingt nicht sonderlich einfallsreich - kein Wunder, denn Bond bleibt Bond. "Er ist der Mann, der die Welt rettet und das soll so bleiben. Er wird immer von schönen Frauen begehrt werden, Waffen bei sich tragen und schnelle Autos fahren", sagte Regisseur Lee Tamahori ("Along Came A Spider"). Nach den Terroranschlägen vom 11. September gab es "klitzekleine Änderungen im Drehbuch". Und Brosnan scherzte: "Wir haben darüber diskutiert, ob Bond im neuen Film Bin Laden schnappen soll, aber das passiert diesmal nicht."

Die wichtigste Änderung der Besetzungsliste musste nach dem Tod von Desmond Llewelyn vorgenommen werden, der in allen 19 bisherigen Bonds den schrulligen "Q" spielte und Bond stets mit dem neuesten technischen Schnickschnack ausstattete. Comedy-Legende John Cleese, der als bereits im 19. Abenteuer "The World Is Not Enough" als "R" eingeführt wurde, übernimmt den Part.

Im November soll der Jubiläums-Bond in die Kinos kommen. Zur gleichen Zeit wie die zweiten Teile von "Harry Potter" und "Der Herr der Ringe". Doch die starke Konkurrenz an den Kinokassen lässt Produzent Michael Wilson kalt: "Je mehr erfolgreiche Filme, desto besser für das Filmgeschäft."