Premiere in London: Alis Auferstehung - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Premiere in London Alis Auferstehung

Im Schatten von "Harry Potter" und "Herr der Ringe" hat nun auch Michael Manns Muhammad-Ali-Biopic "Ali" mit Will Smith in der oscarverdächtigen Titelrolle seine Premiere in London gefeiert. Immerhin: Prince Charles adelte die Filmvorführung durch seine Anwesenheit.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

London - Der Film "Ali" befasst sich mit den zehn ereignisreichsten Jahren im Leben der Box-Legende Muhammad Ali. Mit Produktionskosten von 233 Millionen Mark (119 Millionen Euro) gilt die Biografie-Verfilmung des "Heat"-Regisseurs Michael Mann als teuerster Film dieses Genres. Ali, der an der Parkinson-Krankheit leidet, hatte seine Teilnahme an der Premiere in London kurzfristig abgesagt. Der Film hat am Mittwoch Premiere in den USA, kommt aber erst im Februar in die britischen Kinos. Ein deutscher Starttermin steht noch nicht fest. Für die Amerikaner gilt "Ali" nach "Harry Potter" und "Der Herr der Ringe - Die Gefährten" als drittgrößtes Kinoereignis dieses Jahres.

Dem 33-jährigen Hollywood-Star Will Smith ("Wild Wild West") winkt für die "mit großer Überzeugungskraft" gespielte Hauptrolle nach Einschätzung der Kritiker ein Oscar, schrieb der britische "Daily Express" nach der Premiere. "Ein potenter Kämpfer, im Ring und außerhalb", urteilte der "Independent" über die filmische Darstellung von Alis Leben zwischen 1964 und 1974. "Smith ist hervorragend, nicht ein Funke der Nachahmung - im Gegenteil, er scheint in Alis Haut geschlüpft zu sein", heißt es in dem Blatt. Der Schauspieler, der für seine Rolle über 12 Kilo zunehmen musste, sagte dem "Daily Express": "Jeder Aspekt dieses Films war schwierig. Vom Dialog und dem Boxtraining bis zu den stundenlangen Kämpfen."

Laut "Independent" hat Regisseur Mann den Mythos des Boxers, sein kompliziertes Verhältnis zum Islam, zum Rassismus, zu Frauen und zu seinem Vaterland USA nicht einfach dokumentiert, sondern ein "menschliches und potentes Bild" des schwarzen Boxers und Bürgerrechtlers geschaffen. Zu der Premiere kamen der britische Thronfolger Prinz Charles, der frühere Rockstar Bob Geldof und der frühere Boxer Henry Cooper, der Ali 1963 in einem legendären Kampf auf die Bretter geschickt hatte. Cooper, der bei der Aufführung eine Augenklappe trug, sagte dem "Daily Express": "Jedes Mal, wenn ich einen dieser harten Schläge sehe, denke ich, "Mensch war das gut." Aber man sollte nicht vergessen, der Film ist Unterhaltung, nicht Dokumentation."

Mehr lesen über