RAF-Film Michael Buback kritisiert Eichinger
München/Hamburg - Gut eine Woche vor dem offiziellen Kinostart des Films "Der Baader-Meinhof-Komplex" über die Verbrechen der Roten Armee Fraktion (RAF) hat Michael Buback schwere Vorwürfe gegen Produzent Bernd Eichinger erhoben.
Der Sohn des 1977 von der RAF ermordeten Generalbundesanwalts Siegfried Buback beklagte in der Zeitschrift "Hörzu" die Geheimhaltungspolitik der Filmemacher.
"Es bedrückt mich, dass wir als Angehörige von den für das Filmprojekt Verantwortlichen nicht über das Vorhaben informiert wurden", sagte er dem Blatt.
Er als Sohn müsse "rätseln, ob überhaupt und, wenn ja, in welcher Weise die Ermordung meines Vaters und seiner beiden Begleiter im Film gezeigt wird."
Eichinger begründet dies dem Bericht zufolge mit dem Anspruch der Authentizität und dem Fokus auf die Täter. "Ich weiß, dass das für Michael Buback sicher eine schwierige Sache sein wird. Aber die Szene in einer abgeschwächten Form zu zeigen bedeutete, bewusst die Tatsachen zu verfälschen und zu verharmlosen." Mit den Angehörigen teile er die größte Trauer, zitiert die "Hörzu" den Produzenten und Regisseur.
Der Film, der am Dienstagabend in München vor einem Premierenpublikum erstmals gezeigt wurde, war zunächst mit betretenem Schweigen aufgenommen worden. Erst mehrere Minuten nach dem Filmende mit der Ermordung des Arbeitgeberpräsidenten Hanns Martin Schleyer brandete Beifall auf.
Bundesweit kommt der Film am 25. September in die Kinos.
dan/dpa