Reaktionen: "Sie war ein richtiger Star" - DER SPIEGEL
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Reaktionen "Sie war ein richtiger Star"

Die Nachricht vom Tod der Schauspielerin Maria Schell hat unter ihren Kollegen und Freunden große Bestürzung ausgelöst. Gewürdigt wurden vor allem die Herzlichkeit und der Großmut des "Seelchens". Bundespräsident Köhler nannte Schell ein "Vorbild für junge Schauspielerinnen".
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Hamburg - Bundespräsident Horst Köhler würdigte Maria Schell als "große Schauspielerin von Weltrang". Köhler schrieb in seinem Beileidstelegramm an Schells Bruder Maximilian: "Wir erinnern uns alle an die bewegenden Filmauftritte zusammen mit O.W. Fischer, Gary Cooper, Marcello Mastroianni und Marlon Brando." Maria Schell sei "vielseitig begabt" gewesen und habe mit ihren zu Herzen gehenden Charakterdarstellungen Millionen von Zuschauern berührt und begeistert. Sie stehe für eine ganze Epoche anspruchsvoller europäischer Theater- und Filmkunst und bleibe ein Vorbild für junge Schauspielerinnen weit über den deutschsprachigen Raum hinaus.

Der Schlagersänger und Schauspieler Peter Kraus, 66, hat die verstorbene Schauspielerin Maria Schell als eine kollegiale und hilfsbereite Kollegin und "phantastische Frau" bezeichnet. Sie sei immer für andere da gewesen, sagte der in der Schweiz lebende Musiker und Entertainer der Nachrichtenagentur dpa. "Sie hatte noch etwas drauf, was eigentlich längst am Aussterben ist: Dass man gemeinsam arbeitet und füreinander da ist." Kraus hatte mit Schell 1990 in der ARD-Serie "Die glückliche Familie" zusammengearbeitet. Kraus kennt Schell aber bereits seit seiner Kindheit.

Der Schauspieler Siegfried Rauch ist nach eigenen Worten "sehr betroffen" vom Tod seiner Kollegin Maria Schell. "Sie war ein richtiger Star, und das wird man nicht von ungefähr. Man wird das, was man spielt. Ihre Devise war, an das, was man macht, zu glauben - dann glaubt es auch das Publikum. Sie konnte mit dem Rücken zu einem stehen, und es war so viel Power da wie bei anderen von vorne. Sie hatte dieses Charisma." Dennoch habe Schell keine Starallüren gehabt: "Sie war eine sehr lustige Person und sehr bodenständig."

Für Rauch seien die Dreharbeiten zu der 1987 gestarteten ARD-Serie "Die glückliche Familie" an der Seite von Schell "die schönsten fünf Jahre meines Lebens" gewesen. Auch privat sei er damals mit Maria Schell befreundet gewesen: "Wir waren eben fast wie ein richtiges Ehepaar."

Der Berliner Filmproduzent Artur Brauner würdigte Maria Schell als große Künstlerin, "die ihrem Publikum viele wundervolle Stunden geschenkt hat". Ihr Tod sei ein großer Verlust. Schell sei eine große Begabung gewesen, die sowohl in Komödien als auch in Dramen glänzen konnte. "Als Mensch war sie eine leidenschaftliche Frau, auch sehr eigensinnig", sagte der 86-Jährige. Mit Schell produzierte er in den fünfziger und sechziger Jahren zahlreiche Filme, darunter "Die Ratten". Brauner hielt bis zuletzt freundschaftlichen Kontakt zu Schell. "Vor einigen Jahren habe ich ihr ein halbes Kilo Kaviar zu Weihnachten geschickt. Sie hat mir später erzählt, dass sie alles auf einmal aufgegessen hat."

Die Schauspielerin Maria Furtwängler hat Maria Schell als "unglaublich großzügige, gebende und ermutigende Kollegin" gewürdigt. "Sie spielte in einer meiner allerersten Rollen meine Mutter und eine ähnliche Funktion hatte sie damals ohne Zweifel auch im wahren Leben", sagte die 38-Jährige am Mittwoch in München zum Tod ihrer Kollegin, mit der sie in der Serie "Die glückliche Familie" vor der Kamera gestanden hatte. Maria Schell sei vollkommen ohne Allüren gewesen und im Umgang völlig unkompliziert und "unzickig".

Insbesondere werde ihr ihre Sehnsucht, andere glücklich zu machen, in Erinnerung bleiben, sagte Furtwängler der dpa. "Sie brachte jeden Tag Kuchen, Kekse und Bonbons zum Set mit und lief damit sogar dem letzten Fahrer hinterher, bis auch wirklich alle versorgt waren." Maria Schell habe das Bedürfnis gehabt, "dieses Lachen, mit dem sie selbst so bezaubern konnte, anderen Menschen auf ihr Gesicht zu zaubern".