Schauspieler Benicio del Toro Warten auf "Che"
Los Angeles - Das ehrgeizige Filmprojekt Benicio del Toros wartet schon seit langem darauf, aus der Schublade geholt zu werden. Nun kann sich der des puertoricanische Charakterdarsteller ("Traffic", "Snatch") zumindest über eine neue Entwicklung freuen: Vermutlich wird an Stelle des zunächst vorgesehenen Steven Soderbergh, 40, der 60-jährige Terrence Malick bei "Che" (Arbeitstitel) Regie führen. Soderbergh, bekannt durch Filme wie "Ocean's Eleven" (2001) und "Erin Brockovich" (2000), soll bei del Toros geplanter Filmbiographie über das Leben des kubanischen Guerillakämpfers Ernesto "Che" Guevara (1928-1967) nur noch als Produzent fungieren.
Bislang gibt es noch keine Angaben, wann die Dreharbeiten beginnen sollen, geschweige denn darüber, wann der Film fertig sein wird. Laut US-Medienberichten hat sich auch noch kein williges Hollywood-Studio gefunden, das Produktion und Vertrieb übernimmt.
Mit Malick als Regisseur könnte sich die ganze Sache ohnehin noch einige Zeit hinziehen, denn der öffentlichkeitsscheue Texaner ist nicht gerade bekannt für Filmproduktionen am Fließband. Regie geführt hat er erst bei drei Filmen: Bei "Badlands" (1973), dem Südstaaten-Melodram "In der Glut des Südens" (1978) und dem Kriegsfilm "Der schmale Grat", der 1999 in die Kinos kam.
Mit "Badlands" gab Malick damals eines der eindrucksvollsten Regiedebüts der amerikanischen Filmgeschichte. Der Film erzählt die Geschichte eines Teenagerpärchens (Martin Sheen und Sissy Spacek), das wegen des Mordes am Vater des Mädchens auf der Flucht ist und dabei mehrere unschuldige Menschen umbringt. Wegen seiner ungewöhnlichen und bildgewaltigen Inszenierungen wird der Außenseiter und Eigenbrötler als "Poet der Worte und Bilder" bezeichnet.
Regisseur Soderbergh und Benicio del Toro, die den genialischen Malick ins Boot holen wollen, blicken auf eine erfolgreiche gemeinsame Vergangenheit zurück. Für Soderberghs Drama "Traffic" (2000), einen Film über Amerikas Anti-Drogen-Krieg mit del Toro in einer der Hauptrollen, gewannen beide einen Oscar.
Ob del Toro auch als Che Guevara große Erfolge feiern wird, steht in den Sternen. Zeitweise sah es so aus, als ob die Biographie pünktlich zu Guevaras 75. Geburtstag am 14. Juni dieses Jahres fertig gestellt sein würde. Nun, da Malick involviert ist, scherzen Kinofans in diversen Internet-Foren, dass der 36-jährige Schauspieler wohl doch nicht die Hauptrolle spielen könne. Che Guevara sei immerhin im Alter von 39 Jahren gestorben und del Toro feiert diesen Geburtstag bereits im Februar 2006. Mit Malicks Schneckentempo, hämen die Filmfreaks - nur drei Filmproduktionen in 30 Jahren - werde man "Che" wohl frühestens 2018 zu sehen bekommen.