Sean Connery: Nie wieder Hollywood - DER SPIEGEL
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Sean Connery Nie wieder Hollywood

Der schottische Schauspieler Sean Connery hat die Nase voll von Hollywood: Der ehemalige James-Bond-Darsteller will dem Filmgeschäft endgültig den Rücken kehren. Auch seine groß angekündigte Autobiographie soll nie erscheinen.
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London - "Ich habe die Idioten satt, die inzwischen in Hollywood arbeiten", sagte Sean Connery der englischen Boulevard-Zeitung "The Sun". Nur ein "Angebot, das er nicht ablehnen könne" würde ihn von seinem Vorhaben abbringen. Eine Sprecherin des 75-jährigen Schotten bestätigte seine Pläne.

Connery, der in ärmlichen Verhältnissen aufwuchs, brach früh die Schule ab, um seine Familie zu unterstützen. Er hielt sich zunächst als Bademeister über Wasser, bevor er mit 16 für drei Jahre zur Royal Navy ging. Seinen ersten Film "Lilacs in the Spring" drehte Connery 1954. Berühmt wurde er Anfang der Sechziger in der Rolle des Geheimagenten James Bond, den er insgesamt sieben Mal verkörperte. Zuletzt war Connery in der Comic-Verfilmung "The League of Extraordinary Gentlemen" (2003) zu sehen. Nach mehr als einem halben Jahrhundert im Filmgeschäft und 65 Filmen soll nun Schluss sein. Connery sagte, Hollywood habe ihn desillusioniert. Es gäbe eine immer größer werdende Kluft zwischen denen, die wüßten, wie man einen guten Film macht und denen, die in Hollywood für die Freigabe der Filme verantwortlich seien, sagte er.

Dem "New Zealand Herald" sagte Connery außerdem, dass Peter Jackson ihm einst die Rolle des Magiers Gandalf in der "Herr der Ringe"-Trilogie angeboten hatte. Connery habe abgelehnt, weil er die Rolle "nicht verstanden" habe. Der Part wurde mit Ian McKellen besetzt.

Dem Blatt verriet Connery auch, dass die vor einem Jahr angekündigte Autobiographie nicht schreiben lassen werde. Ein lukratives Angebot eines Verlags habe er abgelehnt. Connery habe Angst gehabt, dass die Recherchen zu dem Buch sein Privatleben zu sehr beeinträchtigen würden. "Ich habe keine Lust, den Rest meines Lebens damit zu verbringen, die berichteten Unwahrheiten zu korrigieren", sagte er dem Blatt. Immerhin sei das jetzt die beste Zeit seines Lebens.

Heiliger Zorn über Hollywoods Unzulänglichkeiten her, Angst vor privaten Enthüllungen her: Es nicht das erste Mal, dass Connery laut über seinen Rückzug aus dem Filmgeschäft nachdenkt. 1983, zwölf Jahre nach seinem Abschied als James Bond, tauchte er plötzlich doch wieder in der Rolle des Agenten mit der Lizenz zum Töten auf. Titel des Films: "Sag' niemals nie".