Sony-Streit Michael Jackson macht Ernst
Jetzt wird es ernst: Michael Jackson denkt angeblich darüber nach, seine Plattenfirma Sony zu verklagen. Das erklärte jetzt sein Anwalt Marty Singer in Los Angeles. Hintergrund ist ein Streit zwischen Jackson und seiner Plattenfirma, der sich in den letzten Wochen immer mehr verschärfte.
Jackson wirft Sony vor, für sein jüngstes Album "Invincible" nicht genügend Werbung gemacht zu haben. Der 43-jährige Sänger, dessen Album "Thriller" noch heute das bestverkaufte Album aller Zeiten ist, glaubt, Sony wolle ihn auf diese Weise um seinen Anteil an der gemeinsamen Firma Sony/ATV bringen. "Invincible" verkaufte sich in den USA bisher nur zwei Millionen Mal und blieb auch international weit hinter den Erwartungen zurück. Die 30 Millionen Dollar, die Sony in die Produktion des Albums gesteckt hat, könnte die Firma jetzt als Druckmittel verwenden. Ein weiterer Beschwerdepunkt auf Jacksons Liste ist der Charity-Song "What More Can I Give?". Die Single, die Geld für die Opfer des Anschlages vom 11. September einbringen sollte, wurde von Sony nie veröffentlicht.
Verschärft wurde die Lage noch durch Äußerungen Jacksons, in denen er Sony-Boss Tommy Mottola persönlich angriff. Er warf ihm Rassismus vor und nannte ihn auf einem Fantreffen in London einen Teufel. Diesmal gehe es aber nicht um persönliche Dinge, so sein Anwalt, sondern um Recht und Geschäft.
Laut Singer sind die Beratungen zu einer Klage vor Gericht in vollem Gang. "Wir haben die Punkte zusammengetragen", sagte er. Es gehe unter anderem um Vertragsbruch und unrechtmäßige Verbuchungen. Die Schadensersatzforderungen, so Singer, lägen im Bereich von mehreren hundert Millionen Dollar.
Zu einer möglichen Klage hat Sony bisher keine Stellung genommen. Bisher hatte die Plattenfirma sich vehement gegen Jacksons Vorwürfe gewehrt. Man habe "Invincible" mit 20 Millionen Dollar genügend promoted. Angeblich ist den Sony-Bossen der Kragen geplatzt, als Jackson im Januar ein Video für seine dritte Singelauskopplung "Unbreakable" drehen wollte. Für das Musikvideo, in dem unter anderem Mel Gibson mitspielen sollte, hatte der Star weitere acht Millionen Dollar bei Sony angefragt.