Stanley Kubrick: Verschollenes Drehbuch entdeckt - DER SPIEGEL
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Stanley Kubrick Verschollenes Drehbuch entdeckt

Kubrick-Fans in aller Welt können sich freuen: Es wird wohl einen neuen Film des Regie-Meisters geben. Im Nachlass des Filmemachers wurde das Drehbuch "Lunatic at Large" gefunden - es galt bisher als verschollen.
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New York - Der Schwiegersohn des Regisseurs Stanley Kubrick, Philip Hobbes, hatte das Manuskript zu "Lunatic at Large" gefunden, als er mit einem Archivar den Nachlass des 1999 Verstorbenen ordnete, berichtete die "New York Times". Damit die skurrile Karnevals-Story doch noch auf die Leinwand kommt, beauftragte Hobbes nun den New Yorker Produzenten Edward R. Pressman und die Londoner Produktionsfirma Finch & Partners mit der Verfilmung. Im Vorfeld waren die Verhandlungen mit der französischen Firma Pathé fehlgeschlagen.

Stanley Kubrick hatte den Noir-Autoren Jim Thompson in den späten fünfziger Jahren mit dem Drehbuch zu "Lunatic at Large" beauftragt. Mit ihm hatte der Regisseur auch an den Filmen "The Killing" ("Die Rechnung ging nicht auf") von 1956 und "Paths of Glory" ("Wege zum Ruhm") von 1957 gearbeitet. Thompson, der Zeit seines Lebens in Hollywood nicht Fuß fassen konnte, war über den Verlust seines Manuskripts sehr enttäuscht. Der alkoholkranke Autor starb 1977, so dass er nicht mehr erlebte, dass er in den neunziger Jahren zum Kultautor avancierte und vier seiner Bücher verfilmt wurden, darunter "The Getaway".

Der Drehbuchautor Stephan R. Clarke soll "Lunatic at Large" bearbeiten und Chris Palmer die Regie für den Film übernehmen. "Lunatic at Large" wird Palmers erstes Filmprojekt sein - bisher hatte er Werbefilme gedreht. Hobbs sieht darin kein Problem: Kubrick selbst habe erst wenige Filme gemacht, bevor ihm der Durchbruch gelang, sagt er und fügt hinzu: "Man kann nicht einfach irgendwen mit Kubricks Idee beauftragen. Viele würden sich da nicht heranwagen."

Vor dem Hintergrund eines skurrilen Karnevals erzählt Thompson die Geschichte des jähzornigen Jonnie Sheppard und der nervösen, aber attraktiven Trinkerin Joyce. Die beiden treffen auf skurrile Gestalten - einen Alligator-Mann und eine Frau mit einem Maulwurfsgesicht. Der Autor entwirft ein Verwirrspiel um die Identität des Flüchtlings einer Nervenanstalt.

Kubrick war 1962 von Hollywood nach London gezogen, dabei gingen viele Notizen und Manuskripte verloren – darunter auch "Lunatic at Large". Sein Schwiegersohn sagte der "New York Times": "Stanley hinterließ eine Menge Papier, als er starb. Wir arbeiteten uns durch Berge von Dokumenten, als wir auf "Lunatic at Large" stießen." Kubrick habe nie ein Ordnungssystem für seine Unterlagen gehabt, deshalb wurde das Manuskript erst sieben Jahre nach seinem Tod entdeckt. Er erinnere sich, wie sehr sich sein Schwiegervater geärgert habe, dass er selbst nicht mehr wusste, wo sich das Script befindet.

Auch die Witwe des Regisseurs sagte, ihr Mann habe oft von dem Projekt gesprochen: "Ich erinnere mich, dass mein Mann damals sehr begeistert von "Lunatic at Large" war, aber dann passierten andere Dinge". Erst habe ihn ein Streit mit Marlon Brando um den Film "Der Besessene" abgelenkt, für den Kubrick die Regie übernehmen sollte – die beiden hatten sich daraufhin überworfen. Dann folgte eine Reihe von Projekten, darunter die Regie für den Film "Spartacus" und die Dreharbeiten zu "Lolita" in England.

Der Regisseur wurde mit Filmen wie "Uhrwerk Orange" und "2001: Odyssee im Weltraum" bekannt. Kurz vor seinem Tod im Jahr 1999 drehte er den surrealen Streifen "Eyes Wide Shut" mit Tom Cruise und Nicole Kidman.

amg

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