Tageskarte Film: Einsam an der Spitze - DER SPIEGEL
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Tageskarte Film Einsam an der Spitze

Der französische Kassenhit "Mein bester Freund" ist eine kleine, spaßige Komödie mit sehr viel Herz und – dank Daniel Auteuil – noch mehr Klasse.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Man muss es nicht schön reden, die Geschichte ist an den Haaren herbeigezogen: Ein unsympathischer Pariser Antiquitätenhändler (Daniel Auteuil) wettet mit seiner Geschäftspartnerin, dass er ihr innerhalb von zehn Tagen seinen besten Freund vorstellen kann; stellt fest, dass ihn niemand mag, macht sich daraufhin hektisch auf die Suche nach sozialer Wärme und findet sie bei einem liebenswerten Taxifahrer (Dany Boon).

"Mein bester Freund" von Patrice Leconte ist vielleicht nicht die originellste Komödie, die das französische Kino je hervorgebracht hat. Aber wen stört das schon, wenn sie so gut gemacht ist, dass einem, abgesehen von "Persepolis", nichts besseres einfällt, was in diesem Jahr aus Frankreich in die deutschen Kinos gekommen ist.

Leconte ("Der Mann der Friseuse") kann so elegant erzählen, dass auch gelegentliche Kalauer wie cooles französisches Understatement wirken und die üblichen Klischees als augenzwinkernde Zitate rüberkommen. Und selbst wenn er es nicht könnte – dann hätte "Mein bester Freund" immer noch Daniel Auteuil ("Die Frau auf der Brücke", "Caché") als Hauptdarsteller zu bieten, und dem bei seiner Arbeit zuschauen zu können, lohnt sowieso schon jede Kinokarte. Hier bringt er das Kunststück fertig, einen überaus unangenehmen Charakter von Anfang an mit so viel Leben zu füllen und so authentisch zu gestalten, dass man sich als Zuschauer auch für ihn interessiert, statt ihn gleich zu verachten. Vielleicht sind es nur seine Augen, die zu Beginn nur eine Spur von Herzenswärme verraten und später immer mehr Menschlichkeit preisgeben. Vielleicht sind es die sparsamen Gesten, die er immer an der richtigen Stelle setzt. Auteuil übertreibt nie, spielt leise und ohne Eitelkeit, und hat trotzdem ein Charisma, das jene, die sich mit ihm im Bild befinden, schnell von der Leinwand hauen kann.

Wenn man ihm nur lange genug in sein leicht angeknautschtes Gesicht schaut, kann man sich sogar einbilden, dass Daniel Auteuil irgendeine flüchtige Ähnlichkeit mit Robert De Niro haben könnte. Und womöglich ist er ja tatsächlich so etwas wie dessen europäische Entsprechung.

Nur noch besser.