Tarzan-Darsteller Gordon Scott gestorben
Wie gelangt man vom Dschungel bis an die Spitze politischer Macht, ins Kapitol? Gordon Scott begann seine Filmkarriere als edler Wilder und steigerte sich zum wilden Edelmann. Eine Karriere zwischen Liane und Sandale.
Mit Tarzan wurde der ehemalige Bademeister berühmt. Er übernahm den Part von Johnny Weissmüller und Lex Barker, zwölf Abenteuer des Urwaldhelden gab es bereits, die Figur gehörte also schon zur modernen Kinomythologie.
Scott, 1927 geboren, war mäßig in seiner Premiere ("Tarzan und der schwarze Dämon"), überzeugte dann aber mit "Tarzans größtes Abenteuer". Der Brusttrommler wurde erwachsener, ernster; Jane, die Dschungelanstandsdame, fiel ebenso weg wie der Schimpansen-Sidekick Cheeta. Auch Tarzans Gegenspieler, in Gestalt von Anthony Quale und Sean Connery, wurden gefährlicher, waren "keine Operettenbösewichte" (Hanns-Georg Rodek in der "Welt") mehr.
Der 1,90 Meter große Schauspieler zeigte auch nach Tarzan Größe: Er schrieb Sandalenfilmgeschichte in Sergio Leones "Romulus und Remus", kämpfte sich als Gladiator, Goliath und Herkules bis hinauf an die Spitze der Macht, zur Cäsaren-Rolle. Die Sandale wurde mit dem Stiefel ausgewechselt, Scott trat in Western auf ("Buffalo Bill") und schwang den Degen in "Zorro und die drei Musketiere".
Ein ganzer Mann des Genre-Kinos - und ein Ahnherr harter Typen wie Bruce Willis und Arnold Schwarzenegger: Gordon Scott starb am Montag in Baltimore, Maryland, an einer Herzoperation.
dan