Trauerfeier in Genf Abschied von Sir Peter Ustinov
Genf - Familie und Freunde, Prominente und Unbekannte. Die riesige Schar der Trauergäste hatte sich heute in der Kathedrale von Genf versammelt. "Dies ist eine ausgesprochen traurige Veranstaltung, umso mehr als Sir Peter ein außergewöhnlich lustiger Mensch war", sagte die Leiterin des Uno-Kinderhilfswerks Unicef, Carol Bellamy, über den am vergangenen Montag verstorbenen Schauspieler und Unicef-Botschafter. "Die Welt kann es nur schwer verkraften, eine solche Quelle von Fröhlichkeit zu verlieren." Ustinov hatte sich 35 Jahre lang für das Kinderhilfswerk als Sonderbotschafter engagiert.
Unter den Trauergästen waren Diplomaten seines Heimatlandes Großbritannien, TV-Moderatorin Sabine Christiansen, Kabarettist Emil Steinberger. An dem Gottesdienst in der dreitürmigen romanisch-gotischen Kathedrale aus dem 12. Jahrhundert nahmen auch zahlreiche Einwohner Genfs, hochrangige Vertreter der Stadtverwaltung und von Hilfsorganisationen teil. Neben seiner Arbeit für Unicef hatte sich Ustinov für viele andere soziale Projekte engagiert. Sabine Christiansen, selbst Unicef-Botschafterin, sagte vor der Trauerfeier: "Er hat nie die Hoffnung aufgegeben." Vielen Menschen habe er Kraft und Mut zur Selbsthilfe gespendet.
Pastor Henry Babel hob die Natürlichkeit und Einzigartigkeit des weltweit berühmten Künstlers hervor. "Er war ein großer Mann, aber er ist Mensch geblieben." Der zum Sir geadelte Schauspieler, Autor, Regisseur und Komiker war zu Lebzeiten in aller Welt geschätzt worden. "Er war einfach er selbst", sagte der Geistliche in seiner Predigt. Und er habe sich mit seinen Rollen identifiziert. "Wenn er Nero spielte, war er Nero". Bellamy sagte: "Er glaubte an den Traum einer friedvollen Welt. Die Kinder hatten keinen besseren Fürsprecher."
Musikalisch begleiteten der Chor der Kathedrale und das Orchestre de la Suisse Romande Ustinov bei seinem Abschied. Sie interpretierten Werke von Mozart. Der israelische Geiger Ivry Gitlis spielte neben dem mit gelben Rosen geschmückten Sarg Ustinovs eine Gavotte von Bach. Unter den Klängen des Ave Maria traten Ustinovs sterbliche Überreste ihre letzte Reise ins nahe Winzerdörfchen Bursins an. In der rund 40 Kilometer von Genf entfernten 537-Seelen-Gemeinde hatte der zweifache Oscar-Preisträger die letzten vier Jahrzehnte seines Lebens gewohnt.
Auf dem kleinen Friedhof wurde sein Sarg im Beisein der Familie, der Freunde und der Nachbarn in die Erde gesenkt. In dem idyllischen Ort hoch über dem Genfer See und mit Blick auf die schneebedeckten Alpengipfel hatte Ustinov zwischen seinen unzähligen Reisen stets neue Kraft getankt. Bürgermeisterin Antoinette Hauswirth lud die Trauergäste zum Abschied von ihrem berühmten Mitbewohner auf ein Glas Wein ein.