Weltpremiere: Ovationen für Harry - DER SPIEGEL
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Weltpremiere Ovationen für Harry

Begeisterung bei Stars und Fans: Der Abenteuerfilm "Harry Potter und der Stein der Weisen" wurde bei seiner Weltpremiere in London einhellig bejubelt. Selbst die Autorin J.K. Rowling fand lobende Worte für die Hollywood-Version ihres Kinderbuch-Bestsellers.
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London - Der von Millionen Fans erwartete Film "Harry Potter und der Stein der Weisen" ist bei der Uraufführung am Sonntagabend in London mit Ovationen aufgenommen worden. Etwa 5000 Fans, viele als Zauberer und Hexen verkleidet, jubelten den Premierengästen zu. Obwohl die Liste der Geladenen von Mick Jagger bis Sting reichte, hatten die meisten nur Augen für den zwölf Jahre alten Daniel Radcliffe. Dabei war der Harry-Potter-Darsteller kaum zu erkennen. Er kam ohne das Markenzeichen des Zauberlehrlings - die Nickelbrille - und wirkte schon mehr jugendlich als kindlich, zumal er deutlich im Stimmbruch war.

Der Londoner Schüler erzählte, dass er in der Nacht vor dem großen Tag vor Aufregung jede Stunde wach geworden sei. "Es ist s-s-so cool", stotterte er nervös. "Noch nie habe ich so viele Leute meinen Namen rufen hören." Harry-Potter-Erfinderin Joanne K. Rowling, 36, hob seine schauspielerische Leistung hervor: Daniels Part sei schwieriger gewesen als die anderen Kinderrollen, weil Harry so introvertiert sei - ganz wie sie selbst. Rowling hatte den Premierenrummel zunächst gescheut und in ihrer schottischen Heimatstadt Edinburgh bleiben wollen. Dann aber ließ sie sich doch überreden und erschien zusammen mit ihrem Freund, dem Arzt Neil Murray, der mit seinen dunklen Haaren und Brille fast aussieht wie ein erwachsener Harry Potter.

Sie sei "glücklich und erleichtert" darüber, dass die Verfilmung ganz ihren Erwartungen entspreche, sagte die Schriftstellerin, die zurzeit am fünften der auf sieben Bände angelegten Reihe arbeitet. "Nicht jeder Regisseur hätte uns eine rein britische Besetzung zugestanden", sagte sie. Dafür sei sie Regisseur Chris Columbus dankbar. Nach der Vorführung sagte sie: "Es ist wunderbar gelaufen. Jeder scheint begeistert zu sein."

Emma Watson, die Harrys naseweise Schulfreundin Hermine spielt, erzählte den Reportern: "Ich war die ganze Zeit sehr nervös. Erst als am Ende alle aufgestanden sind und geklatscht haben, war ich beruhigt." Rupert Grint, der Harrys besten Freund Ron Weasley verkörpert, sagte, der Abend sei "einfach unglaublich" gewesen. Der dicke Komiker Robbie Coltrane alias Hagrid der Wildhüter wunderte sich über die vielen Kinder, die seinen Vornamen riefen: "Ich dachte erst, Robbie Williams sei angekommen - aber der Mann ist Geschichte. Die Kids fahren jetzt auf mich ab."

Sarah Ferguson, die Herzogin von York, die von ihren beiden Töchtern, den Prinzessinnen Eugenie und Beatrice, begleitet wurde, schwärmte: "Es war phantastisch. Ich habe es wirklich genossen, und die Mädchen sind absolut begeistert." Ex-All-Saints-Star Natalie Appleton, die mit ihrer neun Jahre alten Tochter Rachel gekommen war, schloss sich an: "Es war zauberhaft." Popsänger Cliff Richard meinte: "Absolut brillant." Sein kleiner Neffe Philip schränkte ein: "Es war aber etwas gruseliger als das Buch." Auch Mick Jagger und seine geschiedene Frau Jerry Hall hatten ihre drei Kinder mitgenommen und zeigten sich angetan. Robert Albino, ein New Yorker Feuerwehrmann, der zusammen mit zwei Kollegen als Ehrengast eingeladen worden war, lobte besonders die Spezialeffekte.

Für den Film sind in Großbritannien mittlerweile eine halbe Million Karten reserviert worden. Die etwa 300 Millionen Mark (gut 150 Millionen Euro) teure Produktion könnte nach Erwartungen von Branchenkennern bis zu zwei Milliarden Mark einspielen. In Deutschland läuft der Film am 22. November an.

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